KRISENTREFFEN IN DER STAATSKANZLEI

Corona-Krise als Brandenburgs größte Herausforderung

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat zusammen mit Landräten und Oberbürgermeistern das Land Brandenburg auf mehrere Krisen-Wochen eingeschworen. Nähere Details zu den Schul- und Kitaschließungen gab es noch nicht, die sollen ab Montag über die Einrichtungen gegeben werden.
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Dietmar Woidke (SPD) stimmt das Land auf „die größte Herausforderung, vor der das Land Brandenburg je stand“, ein. Soeren Stache
Potsdam.

Für Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist die Bekämpfung der Corona-Krise „die größte Herausforderung, vor der das Land Brandenburg je stand“. Die Herausforderung betreffe nicht nur Teile des Landes, wie bei einem Waldbrand oder einem Hochwasser, sondern das ganze Land in seiner gesamten Fläche. Das sagte Woidke am Sonnabend nach einem Treffen des Potsdamer Kabinetts mit den Landräten und Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte in Brandenburg. „Wir müssen soziale Kontakte weitgehend unterbinden, auf der anderen Seite aber die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur sicherstellen.“ Dabei würden sich die Brandenburger „nicht nur auf eine oder zwei Wochen Sondersituation einstellen müssen, sondern auf eine längere Zeit“.

Notbetreuung für Eltern in lebenswichtigen Branchen

Ab Mittwoch sollen in Brandenburg alle Schulen und Kindertagesstätten geschlossen werden. Lediglich die Kindertagespflege wird wegen der dortigen Kleinstgruppen weiter betrieben, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Für Eltern, deren Arbeitsplatz in einem Bereich mit kritischer Infrastruktur liegt, soll eine Notbetreuung sichergestellt werden. Dazu müssen die Eltern ein Nachweisformular ausfüllen, das derzeit entworfen und in der kommenden Woche von den Schulen bereitgestellt wird. Allerdings werden diese Formulare wohl noch nicht überall am Montag morgen bereitstehen. „Am Ende muss aber die letzte Entscheidung auf der kommunalen Ebene getroffen werden, welche Kinder betreut werden und welche nicht“, sagte Woidke.

Kitas und Schulen sollen Infos weitergeben

Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann, erklärte, dass letztlich die Allgemeinverfügung der Landkreise Rechtsgrundlage für die Umsetzung der Maßnahmen sei. Bei den Kitas werde es ähnlich wie bei den Schulen dezentrale Lösungen geben – so dass in jeder Kita eine Notbetreuung stattfinden werde. „Wir werden nach dem Infektionsschutzgesetz Betretungsverbote verhängen, und davon wird es Ausnahmen geben“, sagte Hermann. „Das sind die Betreuungsangebote.“ Ansprechpartner der Eltern vor Ort sei aber die Einrichtung.

Letzter Stand: 51 Fälle im Land

Stand Samstagmittag verzeichnete das Land Brandenburg nach Angaben von Gesundheitsministern Ursula Nonnemacher 51 bestätigte Infektionsfälle. Derzeit werden in Brandenburg zwei Personen stationär im Krankenhaus behandelt. „Alle anderen sind mit leichterem Verlauf in häuslicher Quarantäne“, sagte Nonnemacher. Sie hoffe darauf, dass am Montag ein neuer Test, der eine Corona-Infektion bereits in wenigen Stunden nachweist, in Benutzung kommen kann.

Krisenzentrum im Innenministerium

Unterdessen nimmt im Potsdamer Innenministerium ein Krisenzentrum den Betrieb auf, das unter der Leitung von Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft und Innenstaatssekretär Uwe Schüler steht. Es soll den Kontakt zur Ebene der Kreise und Gemeinden herstellen. Einstweilen appellierte der Präsident des Städte- und Gemeindebunds an die Solidarität der Menschen. „Wir brauchen ein solidarisches Miteinander, ansonsten werden wir diese Krise nicht bewältigen können.“

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