Als Freizeitbeschäftigung beliebt

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Das Imkern ist des Märkers Lust

Imker Lutz Theis aus Frankfurt/Oder prüft die Honigproduktion.
Imker Lutz Theis aus Frankfurt/Oder prüft die Honigproduktion.
Patrick Pleul

Viele Brandenburger haben ein neues Hobby für sich entdeckt: Bienen. Wer aber an deren Honig will, braucht viel Geduld.

Immer mehr Brandenburger entdecken die Imkerei als Hobby für sich. „Rund 2000 Freizeit-Imker mit fast 20 000 Völkern sind derzeit Mitglied im Landesverband der Brandenburgischen Imker“, sagte der Erste Vorsitzende, Rainer Gabriel. Vor zehn Jahren habe es nur 1300 Mitglieder gegeben.

Anfang September seien die von der Europäischen Union zur Verfügung gestellten Fördermittel für Imker-Neustarter in nur einer Woche vergeben gewesen. „Die ersten Anträge lagen schon vor Öffnung der Geschäftsstelle vor“, sagte Gabriel. Sie gelten für die Saison 2014/2015. Insgesamt standen 50 000 Euro als Starthilfe bereit. Etwa die Hälfte der Kosten für die Anschaffung von Völkern und Gerätschaften wird gefördert.

Anfangs muss nach Angaben von Gabriel mit Kosten in Höhe von 2000 bis 2500  Euro gerechnet werden. Bei Schnupperkursen an Volkshochschulen oder in Imker-Kreisverbänden sei zuvor bei vielen das Interesse geweckt worden, sagte er. Sie kommen nach seinen Angaben aus allen Berufs- und Altersgruppen.

Immer mehr Frauen an der Bienenzucht interessiert

In den vergangenen Jahren hätten zunehmend junge Frauen ihre Liebe zur Honigbiene entdeckt. „Viele wollen einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten“, sagte er. Nachdem die theoretischen Grundlagen über Bienenhaltung und Honiggewinnung vermittelt wurden, gehe es in die Praxis. „Jeder künftige Hobbyimker hat dann einen Paten und durchläuft mit ihm das Honigjahr“, sagte Gabriel. Der 61-Jährige habe etwa 100 bis 130 Schüler in die Geheimnisse eingeweiht.

Die „Praktikanten“ bekommen ein eigenes Volk zugeteilt, fahren mit den Bienen in Raps- oder Sonnenblumenfelder und kümmern sich um die Tiere. „Wichtiger Punkt ist die Bekämpfung der Varroamilbe“, sagte er. Ein Befall könne die gesamte Brut vernichten. Menschen, die sich für die Imkerei begeistern, sind nach Ansicht von Gabriel vom Gemüt her ruhige Typen. „Hektiker machen Bienen nervös“, sagt er