:

„Dazu kann ich nichts sagen“

Die Finanzchefin der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Heike Fölster, hat keinen Überblick.
Die Finanzchefin der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Heike Fölster, hat keinen Überblick.
Ralf Hirschberger

Wie sich die Abgeordneten des Potsdamer Haushaltsausschusses vergeblich mühen, Licht ins Dunkel der Finanzen des neuen Hauptstadtflughafens zu bringen.

Brandenburgs Landesregierung will dem Landtag Ende des Monats einen Nachtragshaushalt vorlegen. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den Flughafen: Zahlungen an die Flughafengesellschaft in Höhe von 165 Millionen Euro sollen von 2013 auf 2014 verschoben werden. Das Geld wurde für den Bau des BER in diesem Jahr noch nicht benötigt. Das veranlasste Vertreter der Landtagsopposition, die Finanzchefin der Flughafengesellschaft, Heike Fölster, in den Haushaltsausschuss vorzuladen, um sich von ihr über die Kosten des Flughafenbaus informieren zu lassen. Doch nennenswerten Erkenntnisgewinn gab es nicht – wie eigentlich immer, wenn die Abgeordneten versuchen, Informationen zum BER zu erhalten.

„Ich kann noch keine Aussage machen“, sagte Fölster. Gegenwärtig verhandle der Flughafen mit den einzelnen Gewerken. „Wenn wir alles zusammenhaben, was wir brauchen, kommt hinter jede Aktion ein Preisschild.“ Nur dass die Kosten für die Baustelle pro Monat rund 17 Millionen Euro betragen und der Flughafen zudem mit weiteren 17 Millionen Euro an entgangenen Einnahmen und Mieten zu Buche schlage, bestätigte Fölster. Beim Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Ludwig Burkardt (CDU), sorgte das für Entsetzen. „In jedem privaten Unternehmen muss zuerst die Kostenplanung kommen“, sagte Burkardt. „Sonst dürfte man nicht mit der Planung beginnen und sonst dürfte auch der Staat nicht mit der Finanzierung des Flughafens beginnen.“

Doch die Finanzchefin des Flughafens blieb hart: „Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Zahlen nennen.“ Wie viel der neue Großflughafen am Ende den Steuerzahler kosten wird, bleibt also weiter pure Spekulation.