Man habe ein Sperrventil per Hand geschlossen, um so die Versorgung über Pipelines zu unterbrechen, teilte die Gruppe „Letzte Generation” mit Paul Zinken
Ein Mann und eine Frau hätten sich an die Anlage in „Druschba” in Schwedt festgekettet oder festgeklebt.
Ein Mann und eine Frau hätten sich an die Anlage in „Druschba” in Schwedt festgekettet oder festgeklebt. Patrick Pleul
PCK Schwedt

Demonstranten drehen Druschba-Pipeline zu – Protest gegen Öl-Importe

Bei Protestaktionen gegen Ölimporte haben Aktivisten am Mittwoch versucht, die Versorgung über Pipelines in Brandenburg und im Rheinland zu unterbrechen.
dpa
Schwedt

An der Ölleitung Druschba in der Nähe von Schwedt an der Oder hätten Aktivisten ein Sperrventil per Hand geschlossen, um so die Versorgung über Pipelines zu unterbrechen, teilte die Gruppe „Letzte Generation” mit, die seit Jahresbeginn auch Autobahnblockaden organisierte. Die für Schwedt zuständige Polizei in Frankfurt (Oder) bestätigte den Vorfall. Beteiligt seien ein Mann und eine Frau, die sich an die Anlage festgekettet oder festgeklebt habe, sagte Sprecher Roland Kamenz. Ob der Ölfluss tatsächlich unterbrochen wurde, blieb zunächst offen.

Laut der PCK-Raffinerie wurde der Betrieb nicht gestört und die Leitungen sind weiterhin in Betrieb. Für Aktionen, die den sicheren Betrieb gefährden, gäbe es kein Verständnis und weitere ähnliche Aktionen werden nicht toleriert. Eine Sprecherin des Unternehmens betonte am Nachmittag, dass die Aktivisten sich ungesichert und vorsätzlich in Gefahr brachten und durch die versuchte Störaktion, eine Gefährdung von Menschen und Umwelt in Kauf nahmen.

Dazu: Klimaaktivisten versuchten Ölversorgung auch bei Demmin zu unterbrechen

Protest gegen fossile Energie wie Öl und Gas

Eine ähnliche Aktion gab es nach Darstellung der Aktivisten auch in Mecklenburg-Vorpommern nahe Demmin sowie an der Pipeline RMR an der Station Ramersdorf zwischen Bonn und Koblenz. Ein weiterer Versuch bei Breydin in Brandenburg wurde durch Wachpersonal unterbunden, wie ein dpa-Fotograf beobachtete.

Der Protest richtet sich gegen den Import fossiler Energie wie Öl und Gas, weil ihre Verbrennung das Klima belastet. Die Aktivisten verlangten von Wirtschaftsminister Robert Habeck eine Erklärung, keine neue fossile Infrastruktur zu errichten und nicht in der Nordsee nach Öl zu bohren.

Wegen des Kriegs in der Ukraine sucht Habeck nach Alternativen zu Gas- und Ölimporten aus Russland. Unter anderem sind neue Anlandestellen für Flüssiggas geplant. International war die Lage am Mittwoch gespannt, da Russland einen Stopp der Gaslieferungen an Polen und Bulgarien angekündigt hat.

Dazu: Aktivisten behindern Rettungseinsatz mit Blockade vor PCK-Raffinierie Schwedt (Video)

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