Den Bäumen schaden Hitze und Trockenheit, der Borkenkäfer fühlt sich allerdings pudelwohl.
Den Bäumen schaden Hitze und Trockenheit, der Borkenkäfer fühlt sich allerdings pudelwohl. Roland Weihrauch
Auch der Harz leidet unter der Trockenheit und dem Borkenkäfer, wie die abgestorbenen Fichten an den Hängen des Broc
Auch der Harz leidet unter der Trockenheit und dem Borkenkäfer, wie die abgestorbenen Fichten an den Hängen des Brockens zeigen. Klaus-Dietmar Gabbert
So sehen die gefällten Fichtenstämme aus, die vom Borkenkäfer befallen sind.
So sehen die gefällten Fichtenstämme aus, die vom Borkenkäfer befallen sind. Roland Weihrauch
Große Waldschäden

Der Borkenkäfer frisst sich durch Brandenburgs Wälder

Der Borkenkäfer hat in den vergangenen Jahren riesige Mengen an Schadholz hinterlassen. Im laufenden Jahr hat der Schädling durch den heißen Sommer noch einmal Auftrieb bekommen.
Prenzlau

Der trockene und warme Sommer in Brandenburgs Wäldern hat auch Auswirkungen auf den Befall der Bäume mit Schadinsekten. Wie aus einer Antwort des Potsdamer Landwirtschaftsministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ der Abgeordneten Kathleen Muxel (AfD) hervorgeht, hat allein der Buchdrucker – eine vor allem die Fichte befallende Borkenkäferart – seit Anfang Juni 8500 Kubikmeter Schadholz in Brandenburgs Wäldern verursacht. „Im weiteren Verlauf des Käferjahres ist mit einer deutlichen Zunahme der Schadholzmenge zu rechnen“, so das Ministerium. Das Käferjahr wird ab dem 1. Juni eines jeden Jahres gerechnet.

Auch Buchen und Eichen leiden

Das Schadholzaufkommen durch den Borkenkäfer steige in besonders warmen Jahren deutlich an. So fielen im Hitzejahr 2018 rund 223 000 Kubikmeter Schadholz an, im Folgejahr fast 300 000 Kubikmeter. 2017 waren es nur 27 000 Kubikmeter. Auch andere Baumarten wie Buche, Eiche und Kiefer litten unter der durch den Klimawandel bedingten anhaltenden Trockenheit und überdurchschnittlichen Wärme. Sie seien ebenfalls anfälliger für eine Besiedlung durch Borkenkäfer geworden. So seien 2022 in Kiefernbeständen bisher 16 335 Kubikmeter Schadholz durch Borkenkäfer angefallen.

Gezielte Abholzungen gegen weitere Ausbreitung

Neben dem Großen und Kleinen Waldgärtner hätten der Sechs- und der Zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer den Großteil dieser Schäden verursacht. Um eine weitere Ausbreitung der Käfer zu verhindern, führten die Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg Kontrollen der Waldbestände durch. Damit soll Borkenkäferbefall frühzeitig erkannt werden. Wo es einen Befall etwa durch den Buchdrucker gibt, werden auch „Sanitärhiebe“, also Abholzungen durchgeführt, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Während im Landeswald die nötigen Maßnahmen „soweit erforderlich und möglich durchgeführt“ würden, lägen für den Wald anderer Eigentümer keine Daten zu den durchgeführten Waldschutzmaßnahmen vor. Tatsächlich ist der Forstbehörde bei vielen, vor allem kleinen Waldflächen nicht einmal bekannt, wem diese Waldstücke heute gehören.

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