Zahlen für 2015

Deutlich mehr Gewalttaten von Rechtsextremen

Anschläge, Überfälle, Hetze: Die Zahl der Delikte stieg im Flüchtlingsjahr 2015 stark an.  Allerdings gab es auch einen Bereich mit weniger Straftaten.
Die schwerste Gewalttat im vergangenen Jahr war der Brandanschlag auf eine Sporthalle in Nauen. In dem Gebäude sollten vorübergehend Asylbewerber untergebracht werden. Unter Tatverdacht steht eine Gruppe von Neonazis.
Die schwerste Gewalttat im vergangenen Jahr war der Brandanschlag auf eine Sporthalle in Nauen. In dem Gebäude sollten vorübergehend Asylbewerber untergebracht werden. Unter Tatverdacht steht eine Gruppe von Neonazis. Julian Stähle
Potsdam

Die Zahl politisch motivierter Straftaten ist im vergangenen Jahr in Brandenburg um 3,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 gestiegen. Insgesamt wurden nach Angaben des Potsdamer Innenministeriums 1972 Fälle erfasst (2014: 1903). Damit setzte sich der seit dem Jahr 2012 festzustellende Trend zunehmender politisch motivierter Kriminalität im Land fort, nachdem diese zuvor von 2008 bis 2011 gesunken war.

Mit 1581 von insgesamt 1972 Fällen lagen die politisch rechts motivierten Delikte klar vorn und bildeten damit auch weiterhin den Schwerpunkt im Bereich der politischen Kriminalität. Dabei ist die rechtsmotivierte Kriminalität in Brandenburg im Jahr 2015 um über 23 Prozent gestiegen, während im politisch links motivierten Bereich ein deutlicher Rückgang um 38 Prozent festzustellen ist. Dieser Rückgang bei links motivierten Taten steht offensichtlich im Zusammenhang mit der Tatsache, dass das Jahr 2015 anders als 2014 und 2013 kein Wahljahr war, hieß es.

Für besonderes Aufsehen sorgte Ende August 2015 der Brandanschlag auf eine Sporthalle in Nauen, in der Asylbewerber untergebracht werden sollten. Nach dem Ermittlungsstand von Polizei und Staatsanwaltschaft soll dafür eine Gruppe von Neonazis verantwortlich sein, die im Kontakt mit dem im März festgenommenen NPD-Politiker Maik Schneider steht.

Die Aufklärungsquote politisch motivierter Straftaten ist 2015 auf 58 Prozent gestiegen, 2014 hatte sich bei 54 Prozent gelegen.

 

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