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Die Diva Kürbis verlangt ausreichende Pflege

Eine Mitarbeiterin des Spargelhofs in Klaistow bereitet eine Kürbisausstellung vor.
             
Eine Mitarbeiterin des Spargelhofs in Klaistow bereitet eine Kürbisausstellung vor.  
Ralf Hirschberger

Das Herbstgemüse findet in Brandenburg immer mehr Freunde. Jetzt ist die Ernte in vollem Gange.

Frühe Sorten werden von den Feldern geholt, andere können noch an Gewicht zulegen. Brandenburger Bauern entdecken die vielfältigen Früchte immer mehr für sich als Geschäft. Auf 100 Hektar werden derzeit Kürbisse angebaut. Sie gehen in Supermärkte oder werden direkt in Hofläden an den Mann gebracht. Zunehmend gewinnt auch die Vermarktung an Bedeutung und ist wichtiger Geschäftsbereich.

Den Ertrag der diesjährigen Ernte sieht Landwirt Thomas Syring aber skeptisch. „Die Hitze im Sommer hat den Kürbissen arg zu schaffen gemacht“, sagte der Bauer, der sich in seinem Ökolandbaubetrieb in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) auf Ölkürbisse spezialisiert. Auf 30 Hektar wachsen bei ihm etwa 30 Sorten heran. Unter den hohen Temperaturen mussten die Pflanzen schon sehr leiden. Es fehlte das Wasser und viele Früchte stagnierten im Wachstum.

Sein Kollege Ernst-August Winkelmann vom Spargelhof Klaistow ist etwas optimistischer. „Unsere 30 Hektar werden zusätzlich bewässert“ sagt der Landwirt. Und Winkelmann räumt mit einem alten Vorurteil auf: Kürbisse wachsen nicht allein. „Das sind Diven, um die muss man sich kümmern, die brauchen Pflege“, betont er. Rund 300 000 Kürbisse werden in den nächsten Wochen von seinen Feldern geholt.

Zunehmend gehen die Bauern auch dazu über, statt Samenkörnern gleich selbst herangezogene Jungpflanzen in die Erde zu setzen. Kürbisse haben sich schon zu mehr als einem Zusatzgeschäft entwickelt. Bei Winkelmann werden die Früchte in Eis, Marmelade und Brot verarbeitet. Dazu kommen im Restaurant Speisen aus dem Herbstgemüse auf den Tisch. Attraktion ist zudem in jedem Jahr die Kürbisausstellung, die tausende Besucher anlockt.

Bauer Syring freut sich über das gewachsene Interesse von Biomärkten an seinen Produkten. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt er. Auch über das Internet oder Hofläden in der Region werden Kunden erreicht. Die Kerne gibt es mittlerweile in 14 Geschmacksrichtungen, wie salzig, scharf, naturell oder umhüllt mit Schokolade.

In Deutschland kauft laut einer Analyse der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft aus dem Jahr 2012 nur jeder achte Haushalt mindestens einmal pro Jahr frische Kürbisse ein. Durchschnittlich sind es pro Haushalt 350 Gramm. Seit 2004 stieg jedoch die private Nachfrage um durchschnittlich 21 Prozent pro Jahr. Zu verdanken ist das vermutlich auch dem aus den USA stammenden Brauch, zu Halloween aus den Früchten kunstvolle Figuren zu schnitzen. 2011 wurden den Angaben zufolge auf rund 2000 Hektar Kürbisse angebaut. Etwa 46 Prozent der Flächen liegen in Bayern und Baden-Württemberg.

Kürbis ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Es gibt 100 verschiedene Gattungen und 850 Arten. Sie können rot, orange, grün, bläulich oder auch fast schwarz sein. Es gibt Riesen mit einem Gewicht von mehreren hundert Kilogramm und mandarinengroße Winzlinge.