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Dieser Arbeitsplatz ist heiß begehrt

Die Naht sitzt. Denny Martin lernt als angehender Anlagenmechaniker, Metallteile präzise zusammenzuschweißen.
Die Naht sitzt. Denny Martin lernt als angehender Anlagenmechaniker, Metallteile präzise zusammenzuschweißen.
Benjamin Vorhölter

Ohne Schweiß kein Preis. Nach der Schule schickte Danny Martin Dutzende Bewerbungen ab und bekam eine Absage nach der anderen. Er gab nicht auf und fand beim Berufsbildungsverein Prenzlau dennoch seinen Traumberuf.

Wer in der Uckermark eine Lehrstelle sucht, braucht einen langen Atem. Ende März zählte die Agentur für Arbeit Eberswalde 533 Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgegangen sind. Zeitgleich blieben 299 Lehrstellen in der Uckermark unbesetzt - zwei mehr als im Vorjahresmonat. Wie schwer es für Jugendliche aus Prenzlau und Umgebung ist, in den Beruf zu starten, hat Denny Martin erlebt.

Der junge Prenzlauer arbeitet beim Berufsbildungsverein Prenzlau (BBV) als angehender Anlagenmechaniker. In einer der BBV-Werkhallen an der Brüssower Allee lernt Denny Martin, feine und saubere Nähte mit dem Schweißgerät zu ziehen. Der 20-Jährige absolviert seit September 2012 seine 42 monatige Ausbildung beim BBV Prenzlau. Dabei konnte er sich eine Zukunft im Metallbau zunächst nicht vorstellen.

Zur Bundeswehr lassen ihn die Eltern nicht ziehen

Als er nach der zehnten Klasse von der Prenzlauer Oberschule "Philipp Hackert" ging, träumte Denny Martin davon, Militär-Lkw, Panzer und Hubschrauber zu reparieren. Daher entschloss er sich, eine Karriere als Soldat bei der Bundeswehr einzuschlagen. Doch mit seiner Bewerbung kam Martin nicht weit. Mit 17 Jahren war er damals noch nicht alt genug, um sich selbst für den Dienst an der Waffe verpflichten zu können. Und seine Eltern legten ein Veto ein. "Sie wollten nicht, dass ich ins Ausland gehe", sagt Denny Martin. 

Für den jungen Mann begann damit eine ein Jahre lange Suche nach einer passenden Lehrstelle. Er sei sehr unentschlossen gewesen, als er wusste, dass es mit seinem Traumberuf als Soldat nicht wird, sagt Denny Martin. Der Prenzlauer erinnerte sich an seine Schulzeit. Damals hatte er bereits bei Praktika erste Berufserfahrungen als Koch und in einem Elektronik-Betrieb aus Pasewalk gesammelt.

30 Bewerbungen und nur Absagen

Von Letzterem bekam er sogar die Chance, eine Ausbildung als Elektroniker zu beginnen. Aber Martin lehnte ab, weil der zwischenmenschliche Umgang nicht ganz gepasst habe. "Ich wollte nicht in einer Firma meine Lehre machen, wo ich ständig angebrüllt werde", sagt Denny Martin.

Also bewarb sich der junge Mann als Kfz-Mechatroniker und Metallbauer. Allein 30 Bewerbungen hat er an Firmen aus Prenzlau und Umgebung gesendet. Die Resonanz fiel dürftig aus. Die meisten Bewerbungen bekam er zurückgeschickt. Einige Firmen antworteten gar nicht. Ob es daran lag, dass Denny Martin noch keinen Führerschein besitzt? Der Schweißer-Lehrling schüttelt mit dem Kopf.

Neue Chance beim Berufsbildungsverein Prenzlau

Bisher habe er in jedem Bewerbungsgespräch deutlich gemacht, dass er ohne Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz kommen könne, sagt Martin. Geholfen hat es trotzdem zunächst nicht. Bis sich beim Berufsbildungsverein Prenzlau eine neue Chance für Denny Martin ergab.

Der BBV bot einen Ausbildungsplatz als Anlagenmechaniker an. Der junge Mann war zunächst skeptisch, weil seiner Meinung nach der betriebliche Alltag fehlt. Im BBV gehen nicht jeden Tag wie in einer Firma die Waren rein und raus, sagt Martin. Aber mit der Zeit hat er diesen Umstand zu schätzen gelernt. Beim BBV könne er sich besser auf seine Lehre konzentrieren und sich in Fachrichtungen wie zum Beispiel Karosseriebau oder Sanitärtechniker weiterbilden, sagt Denny Martin.