Hund die Pfote abgebissen

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Dorf lebt in Angst vor Wölfen

Im brandenburgischen Steinberg soll der Wolf fast täglich zu sehen sein.
Im brandenburgischen Steinberg soll der Wolf fast täglich zu sehen sein.
Privat

In Brandenburg hat jetzt erstmals ein Wolf einen Hund auf einem Privatgelände angegriffen. Da sind sich die Einwohner sicher und reagieren entsprechend.

In Steinberg, einem brandenburgischen Örtchen an der Grenze zu Sachsen-Anhalt unweit von Ziesar, ist der streng geschützte Wolf mittlerweile ein täglicher, aber nicht gern gesehener Gast. Spätestens seitdem ein kleiner Hund auf einem Privatgelände mutmaßlich von einem Wolf so schwer verletzt wurde, dass die Besitzer ihn einschläfern ließen, geht die Angst um.

Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels, der in Steinberg lebt, schildert dem Nordkurier die aktuelle Lage: „Das Leben ist anders geworden.” Kinder würden von ihren Eltern zur Bushaltestelle gebracht und abgeholt, Jogger trauten sich nicht mehr in den Wald. Seit einem Vierteljahr „ist es massiv”. Die Tiere seien nahezu täglich im Dorf, das belegten Bilder aus sogenannten Fotofallen.

Hund wurde eingeschläfert

Mutmaßlich ein Wolf wurde auch der kleinen Terrier-Hündin Angie zum Verhängnis. Wie die „Märkische Allgemeine” berichtete, ist dem Tier in seinem mit Stabgitterzaun gesicherten Gehege die linke Vorderpfote abgebissen worden. Der 13 Jahre alte Hund wurde in einer Klinik behandelt, um ihm weiteres Leiden zu ersparen, entschlossen sich die Besitzer zur Einschläferung.

Immer wieder kommt es in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zu Zwischenfällen mit Wölfen, die teils auch für das streng geschützte Raubtier tödlich enden, vor allem durch Verkehrsunfälle, doch offenbar stellen auch Menschen dem Wolf nach, was bis auf Ausnahmefälle streng verboten ist.

Erst in der vergangenen Woche war in Lausitz an der Grenze zu Sachsen im Raum Lipsa eine zwei Jahre alte Wölfin tot aufgefunden worden. Der Kadaver wies zwei Schusswunden auf, die das Tier verletzt hatten. Gestorben ist es aber an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

So viele Tiere wurden schon gerissen

Vor allem Landwirten ist die Rückkehr der Raubtiere ein Dorn im Auge. Bundesweit wurden im Vorjahr zum ersten Mal rund 1000 Nutztiere von Wölfen getötet oder verletzt. In Mecklenburg-Vorpommern gab es den Angaben zufolge 26 Vorfälle mit knapp 90 getöteten und verletzten Schafen, Rindern und Damwild. Das waren fast doppelt so viele Fälle wie 2016. Auch in Steinberg sind neben dem Hündchen andere Tiere dem Wolfshunger zum Opfer gefallen. „Ständig werden Kälber und sogar Kühe gerissen”, sorgt sich Amtsdirektor Bartels.

Mittlerweile beschäftigt die wachsende Zahl der Wölfe auch die Bundesregierung. Dem Koalitionsvertrag zufolge wollen Union und SPD „mit den Ländern einen Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen entwickeln“ – etwa wenn sie Weidezäune überwinden oder für den Menschen gefährlich werden. In Brandenburg hat die rot-rote Regierung jüngst als erstes Bundesland den Abschuss von Problem-Wölfen erlaubt. Auch in MV wird eine solche Verordnung diskutiert.

Kommentare (4)

Entnahme reicht nicht, drastische Reduzierung ist hier von Nöten, damit der Wolf hier eine Rarität bleibt. Ein Weidezaun stellt kein Hindernis dar welches durch den Wolf überwunden werden muss. Da kriecht er drunter durch oder springt elegant drüber. Ein Weidezaun dient der stückweisen Abweidung einer Wiese, Weide durch Nutzvieh wie Schafe, Ziehen , Kühe und wird täglich oder wöchentlich umgesetzt. Er dient nicht zur Gefahrenabwehr durch äußere Einflüsse, wie z.B.dem Wolf. Er ist lediglich eine Hütehilfe für den Nutztierhalter. Soviel mal für Leute (auch politisch Hauptberuflich tätige), deren landwirtschaftliches Wissen an der Fleisch oder Käse Theke endet. Der Bestand der Wölfe muss drastisch reduziert werden und zwar schnellstens!

Dem Terrier wurde nicht im Gehege sondern am Zaun die Pfote abgebissen. Dieses Zaunproblem hab ich auch mit meinem belgischen Schäferhund den ich deshalb nicht unbeaufsichtigt draußen lasse. Übrigens empfinden Hunde eine Behinderung nicht als solche und können auch auf drei Beinen glücklich weiterleben wenn der Halter das zuläßt. Für Jogger ist die Gefahr, von einem trockenen Ast erschlagen zu werden, nach wie vor größer als von einem Wolf angeknurrt zu werden. "Angst" wird natürlich auch durch die entsprechende Berichterstattung in den Medien produziert. Facebookgruppe "Schützt die Wölfe"

in eurer Nähe leben ja mittlerweile 3 Rudel - viel Wald, Felder, Hecken, Truppenübungsplätze, alte Brachen und Liegenschaften der Russen, da würde ich mich auch nicht mehr wohlfühlen - lautlose Mittel einsetzen -

Als kein Wolfsfreund erschüttern mich Infos, dass Kinder und Jogger nicht mehr frei im Ort sich bewegen dürfen oder wollen. Die Hysterie um Wölfe scheint absurde Formen anzunehmen. Grimms Märchen stecken tief im kollektiven Bewusstsein. Früher lernte ich, dass Märchen einen pädagogischen Hintergrund hatten, um mit überzogener Angstmache Kinder zu erziehen. Bei der Wolfsdebatte sollte es allein um Fakten gehen. Das ist Revierverteidigung des Menschen für seine Nutz- und Haustiere. Kinder und Jogger sind meines Kenntnisstandes keine Tiere. Wieso stellt sich Deutschland bei der Vergrämung von Wölfen in urbanen Lebensräumen so diettantisch an oder tut so als ob Vergrämung erst erfunden werden müsse?