Der Wald ist knochentrocken.
Der Wald ist knochentrocken. Ina Fassbender
Dieser Einsatz könne lebensgefährlich sein, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Dieser Einsatz könne lebensgefährlich sein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Feuerwehr Berlin
Die Luftaufnahme der Berliner Feuerwehr zeigt den Brand im Grunewald.
Die Luftaufnahme der Berliner Feuerwehr zeigt den Brand im Grunewald. Berliner Feuerwehr/dpa
Die Einsatzkräfte starteten aber Eindämmungsarbeiten. In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen si
Die Einsatzkräfte starteten aber Eindämmungsarbeiten. In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen sie damit, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern. -
Großbrand

Feuer breitet sich nach Explosionen unkontrolliert aus

Laut Feuerwehr brennt es auf einer Fläche in der Größe zweier Fußballfelder. Es besteht die Gefahr weiterer Explosionen und umherfliegender Trümmerteile.
dpa
Berlin

Rauchsäulen über dem Berliner Grunewald, Großeinsatz für die Hauptstadtfeuerwehr: Am Donnerstagmorgen bricht im Südwesten der Hauptstadt ein Feuer auf einem Sprengplatz der Polizei aus – mitten im knochentrockenen Wald. Auf der Autobahn Avus, wo sich sonst im morgendlichen Berufsverkehr normalerweise Wagen an Wagen reiht, herrscht gähnende Leere. Das Gebiet ist weiträumig abgesperrt.

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Das Feuer breitet sich am Morgen weiter unkontrolliert aus. „Das bereitet uns Sorge”, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen. Es gebe nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz im Wald genau aussehe. Am Morgen war eine Fläche von eineinhalb Hektar betroffen, das ist etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Es besteht die Gefahr weiterer Explosionen und umherfliegender Trümmerteile.

Dieser Einsatz könne lebensgefährlich sein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Auf dem Sprengplatz der Berliner Polizei im beliebten Ausflugsgebiet Grunewald lagert Munition, die Experten dort normalerweise unschädlich machen.

Ursache der Explosion noch unklar

Das stellt die Feuerwehr vor große Probleme. Noch Stunden nach dem Ausbruch des Brandes kommen die Einsatzkräfte nicht an das Feuer heran. Bilder aus der Luft mit Hilfe einer Drohne und eines Polizeihubschraubers sollen Orientierung geben. „Der Einsatz wird lange dauern”, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Zudem ist die Gluthitze belastend für die Kräfte von Feuerwehr und Polizei, die häufiger ausgewechselt werden müssen.

Die Einsatzkräfte starteten aber Eindämmungsarbeiten. In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen sie damit, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern. Das soll ein Ausbreiten der Flammen erschweren. Ein Löschhubschrauber sei angefordert, auch die Bundeswehr ist im Einsatz.

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Wohngegenden sind nach Erkenntnissen der Feuerwehr nicht in Gefahr. „Das werden wir verhindern”, sagte ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Verletzte habe es bislang nicht gegeben. Nach Angaben eines Polizeisprechers ist noch völlig unklar, wie es am frühen Donnerstagmorgen zu der Explosion kommen konnte. Die Explosion war nach Angaben von Anwohnern kilometerweit zu hören.

Auf Aufnahmen der Feuerwehr sind dicke Rauchschwaden zu sehen, die über dem Brandgebiet ziehen. Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es.

Mehrere Bahnlinien unterbrochen

„Der Wald ist knochentrocken”, sagte am Donnerstag Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Die Wälder hätten sich durch die vergangenen Dürreperioden nicht erholen können. Zur Frage, wie sinnvoll ein Sprengplatz im Wald überhaupt noch sei, sagte er: „Mit den Sicherheitsfragen werden wir uns beschäftigen, wenn die Brandursache geklärt ist.”

Die Feuerwehr warnte die Bevölkerung dringend davor, den Wald am Donnerstag zu betreten. Das Gebiet ist großräumig abgesperrt. Derzeit würden Aufnahmen einer Drohne und eines Polizeihubschraubers zusammengeführt und ausgewertet, so der Sprecher.

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Der Regional- und der S-Bahnverkehr in Richtung Westen sind unterbrochen. Die S-Bahn-Linie S7 fährt von Berlin aus nur noch bis Grunewald, wie ein Bahnsprecher sagte. Beim Regionalverkehr werden demnach die Linien RE1 und RE7 derzeit mit Halt in Charlottenburg über Golm umgeleitet. Die Halte Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee entfallen. Die Linien RB21 und RB22 sind zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Friedrichstraße unterbrochen. Nach Potsdam gelangen Fahrgäste nach wie vor mit der S1.

Im Fernverkehr ist lediglich die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet. Stopps in Berlin-Wannsee und Potsdam entfallen. Die Autobahn Avus in Berlin bleibt voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt. Die Behörden warnten die Bevölkerung über den Brand auf den Warnapps. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden.

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