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Friedrich II. hatte eine schwarze Kasse

Von wegen sparsam. Jetzt kommt raus: Friedrich II. (1712-1786) hat über eine schwarze Kasse, die eigentlich rot war, seine Liebe zu Kostbarkeiten finanziert.

Schon zu Zeiten der Könige wurde prachtvolles Leben offenbar gerne mal durch Finanzierungstricks gestützt.
Bernd Settnik Schon zu Zeiten der Könige wurde prachtvolles Leben offenbar gerne mal durch Finanzierungstricks gestützt.

Rechnungen belegten, dass der Monarch große Summen für wertvolle Tabaksdosen ausgab, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit. Ausgewertet wurden Dokumente unter anderem mit dem Geheimen Staatsarchiv zu Berlin.

Die persönliche Schatulle des Königs war in einem „rohten Casten“ untergebracht, wie er selbst schrieb. Abgezweigte Mittel aus dem offiziellen monatlichen Etat wurden dort zwischen den Jahren 1770 und 1773 geparkt. Ohne dafür Rechenschaft abgeben zu müssen, konnte Friedrich dann teure Tabakdosen kaufen. Insgesamt 22 Stück wurden in dem Zeitraum für seinen persönlichen Besitz angeschafft.

Einzelne Exemplare kosteten bis zu 12 000 Reichstaler – eine Summe, für die zu damaliger Zeit ein Rittergut oder Dorf zu haben waren. Aus der Schatulle wurden Rechnungen in Höhe von rund 200 000 Reichstaler beglichen. 1773 wurde die Kasse geschlossen und eine neue für andere Vorlieben des Königs angelegt.