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Führungsstreit am BER

Flughafenchef Hartmut Mehdorn (rechts) und Horst Amann, Technischer Geschäftsführer des neuen Haupstadtflughafens sind sich nicht Grün.
Flughafenchef Hartmut Mehdorn (rechts) und Horst Amann, Technischer Geschäftsführer des neuen Hauptstadtflughafens sind sich nicht Grün.
Patrick Pleul

Der Anlass ist gering, die Erwartungen sind groß: Offiziell geht es beim Treffen der Kontrolleure des Flughafenprojekts in Schönefeld um zusätzliche Kabel. Inoffiziell dominiert Streit zwischen den Chefs.

Unter dem Eindruck einer Führungskrise am neuen Hauptstadtflughafen tritt der Aufsichtsrat an diesem Freitag zu einer Sondersitzung zusammen. Dabei geht es offiziell darum, Flughafenchef Hartmut Mehdorn weiteres Geld zu bewilligen, um das Datennetz im Terminal auszubauen. Die Sitzung wird überschattet von dem eskalierenden Machtkampf zwischen Mehdorn und seinem Technikchef Horst Amann. Dieser hatte sich in einem Brief an die Aufsichtsräte beschwert und gefordert, den Konflikt zu beenden.

Mehdorn lähme das Projekt, er setze sich nicht mit fachlichen und sachlichen Notwendigkeiten auseinander, schrieb der Geschäftsführer an die Vertreter des Bundes, der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Arbeitnehmer.

Das Bundesverkehrsministerium, das Amann im vergangenen Jahr nach Berlin geholt hatte, wollte sich im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung nicht öffentlich äußern. Ein Sprecher verwies aber auf die bekannte Position des Staatssekretärs Rainer Bomba (CDU). Dieser hatte wiederholt betont, Amann sei ein exzellenter Ingenieur und habe mit seiner umfassenden Bestandsaufnahme der Mängel und Fehlplanungen am Flughafen die Grundlage für die weitere Arbeit gelegt.