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Miese DFB-Elf, tolles Wetter

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Für Brandenburger Wirte ist das Glas halbvoll

Bier und Fußball passen zusammen. Aber durch das deutsche WM-Aus ging das ein oder andere Prost verloren.
Bier und Fußball passen zusammen. Aber durch das deutsche WM-Aus ging das ein oder andere Prost verloren.
Frank Rumpenhorst

Viele Gastronomen im Land hofften durch die Fußball-WM und den Durst der deutschen Fans auf gute Einnahmen. Die DFB-Elf machte ihnen teilweise einen Strich durch die Rechnung.

Die Fußballweltmeisterschaft in Russland hat den Brandenburger Gastronomen nicht die erhofften zusätzlichen Umsätze beschert. „Das frühe Aus der deutschen Mannschaft ging an uns nicht spurlos vorbei: aus sportlicher und finanzieller Sicht”, sagte Olaf Schöpe, Vizepräsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg. Gastronomisch hätten er und seine Kollegen bessere Zeiten erwartet, aber das Geschäft sei dadurch nicht komplett vermiest worden.

Wer sich extra eine Videowand zur Übertragung der Spiele angeschafft habe, sei natürlich sauer, sagte Schöpe. „Es gibt aber genügend Biergärten in Brandenburg, die auch ohne Fußball sehr gut funktionieren.” Das sommerliche Wetter in den vergangenen Wochen habe Gäste in die Restaurants und Gaststätten gelockt. „Wir können nicht sagen, wir sind zu Tode betrübt”, betonte er. Über zu wenige Gäste müsse man sich nicht beklagen.

Kritik an ungleichen Steuern

Problematisch sei vielmehr die nicht ausreichende Zahl an Mitarbeitern. „Wir brauchen pfiffige Lösungen, um Beschäftigte für Service und Küche zu finden”, sagte Schöpe. Das bedeute, für gute Arbeit auch eine gute Bezahlung anzubieten.

Aus Sicht Schöpes machen der Branche zwei andere Probleme zu schaffen. Noch immer sei es nicht gelungen, Steuergerechtigkeit herzustellen. „Warum muss beispielsweise für Katzenfutter nur sieben Prozent Mehrwertsteuer und für Restaurantessen 19 Prozent gezahlt werden?”, fragte er. An der Wirklichkit gehe auch das Arbeitszeitgesetz vorbei: „Wir wollen dann arbeiten, wenn unsere Gäste uns brauchen und nicht nach starren Vorgaben.”