EX-MINISTERPRÄSIDENT ERLEICHTERT

Für Platzeck geht eine Ära zu Ende

Als Ministerpräsident ist er schon vor einem Jahr ausgeschieden. Jetzt ist endgültig Schluss.
Am Wahlabend freute sich Matthias Platzeck (links) mit seinem Nachfolger über den SPD-Erfolg.
Am Wahlabend freute sich Matthias Platzeck (links) mit seinem Nachfolger über den SPD-Erfolg. Michael Kappeler
Potsdam.

Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat sich für eine offensive Auseinandersetzung mit der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) ausgesprochen. Zugleich zeigte er sich enttäuscht über den Wahlkampf des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland. Die Art und Weise, „wie er die Planung für die Unterbringung von Flüchtlingen kritisiert, ja instrumentalisiert hat, hätte ich ihm nicht zugetraut. Das nehme ich ihm übel“, sagte Platzeck über den 73-Jährigen in einem Interview der „Berliner Morgenpost“.

Der Publizist Gauland hatte kurz vor der Wahl die Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingen in einer früheren Kaserne in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) öffentlich gemacht und der Regierung Geheimniskrämerei vorgeworfen. „Damit werden Ressentiments geschürt. Das kann man auch nicht damit entschuldigen, dass man alles sagen darf“, sagte Platzeck.

Freude über den SPD-Wahlsieg

Von ihm selbst sei am Wahlabend Spannung abgefallen. „Für mich ist am Sonntag eine Epoche meines Lebens zu Ende gegangen“, sagte Platzeck zu seiner Freude über den SPD-Wahlsieg. „Bis zu dieser Landtagswahl habe ich noch ein Stück Verantwortung gespürt. Immerhin habe ich Dietmar Woidke mit meinem unfreiwilligen Rückzug im Sommer vorigen Jahres unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen. (...) Jetzt habe ich gesehen, dass der Übergang geglückt ist.“

Heute beginnen die Sondierungsgespräche der SPD mit der Linken, morgen, am Freitag, folgt eine Runde mit der CDU. Am 23. September wollen die Sozialdemokraten dann schließlich entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Bis Anfang November könnte nach Einschätzung von Ministerpräsident Woidke die neue Regierung stehen.

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