POLIZEI TWITTERT GEGEN NOTRUF-MISSBRAUCH

Für so einen Quatsch wählen manche die 110

1,3 Millionen Notrufe gehen jedes Jahr bei der Berliner Polizei ein. Fast ein Viertel davon ist aber völlig unnötig.
Die Notrufzentrale beklagt durchschnittlich 820 überflüssige Anrufe pro Tag
Die Notrufzentrale beklagt durchschnittlich 820 überflüssige Anrufe pro Tag Sophia Weimer
Berlin.

Mit einer einwöchigen Kampagne will die Berliner Polizei gegen den Missbrauch des Notrufes vorgehen. Das Motto lautet: „NoNotruf“. Über Twitter und Facebook veröffentlicht die Polizei seit Montag skurrile und nervige Fälle aus der Vergangenheit und vom gleichen Tag. Ein Anrufer beschwert sich: „Die Reparatur meiner Heizdecke dauert nun schon fünf Wochen.“ Ein anderer ängstigt sich: „Meine Schwiegertochter will an mein Erbe“.

Rund 1,3 Millionen 110-Notrufe gehen jedes Jahr bei der Berliner Zentrale ein. Laut Polizei gibt es bei 300 000 davon keinerlei Grund für einen Polizeieinsatz. Das sind durchschnittlich 820 überflüssige Anrufe pro Tag. Sie blockieren eine der Telefonleitungen und sorgen für Wartezeiten bei den echten Notfällen. Die Feuerwehr hat mit ihrer Nummer 112 genau die gleichen Probleme.

Ob die Anrufer vor allem gedankenlos, naiv oder dreist sind, ist schwer zu sagen. Ein von der Polizei gesammeltes Beispiel vom Montag lautet: „Ich krieg mein kaputtes Fahrradschloss nicht auf. Könnt ihr mir helfen?“ Vielen Anrufern ist vielleicht nicht klar, dass die Polizei die Telefonnummer auch dann erkennen kann, wenn sie am Gerät unterdrückt wird. Auf einem Bildschirm wird zudem der Standort des Anrufers angezeigt. Gezielter Missbrauch könnte verfolgt werden. Meist beenden die Polizisten aber nur bestimmt das Gespräch. Sie können auch einen Knopf für eine schnelle Bandansage drücken: „Das ist kein Grund für einen Notruf bei der
Polizei Berlin.“

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