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Gefeuerter Flughafenchef will weiter Gehalt kassieren

Der entlassene Manager wittert die Chance, ohne Arbeit ein stolzes Einkommen zu erzielen.
Der entlassene Manager wittert die Chance, ohne Arbeit ein stolzes Einkommen zu erzielen.
Bernd Von Jutrczenka

Der Pannen-Flughafen steht zwar immer noch nicht, aber viele bereichern sich an ihm. Auch der ehemalige Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz klagt, um weiterhin zu profitieren. Rätsel gibt die Wahl des Gerichtes auf.

Der Streit um Gehaltsforderungen des Berliner Ex-Flughafenchefs Rainer Schwarz könnte sich noch über Monate hinziehen. Das Berliner Landgericht entschied nicht über die Klage des geschassten Managers, der zunächst rund 120 000 Euro sowie zusätzliche Zahlungen für die Altersvorsorge von der Flughafengesellschaft erstreiten will. Das Gericht legte für den 7. April 2014 einen regulären Zivilprozess fest, sofern sich beide Parteien nicht vorher außergerichtlich einigen.

Der 56-Jährige war im Januar beurlaubt worden und erhielt dann Mitte des Jahres die fristlose Kündigung. Ihm war eine Mitschuld an der immer wieder verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens angelastet worden. Schwarz wird vorgeworfen, den Aufsichtsrat zu spät darüber informiert zu haben, dass der Hauptstadtflughafen nicht wie geplant am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen konnte. Sein Dienstvertrag sollte bis Mai 2016 laufen.

Die Flughafengesellschaft verzichtete auf Rechtsmittel und erklärte sich damit einverstanden, dass in Berlin verhandelt wird. Richter Björn Retzlaff sprach von einem „Zwischenvergleich“. Zuvor hatte er deutlich gemacht, dass er eher die Brandenburger Justiz als zuständig ansehe, da sich dort der Sitz der Flughafengesellschaft befindet. Warum die Kontrahenten ihren Streit lieber in Berlin austragen, blieb offen.

Schwarz hat bislang vier Monatsgehälter geltend gemacht. Nach Angaben eines Gerichtssprechers könnten jeden Monat weitere Forderungen für entgangenes Gehalt hinzukommen. Am Rande des Prozesses protestierten Mitglieder der Friedrichshagener Bürgerinitiative gegen Fluglärm, weil sie die Gehaltsforderungen von Schwarz „unverschämt“ finden. Es dürften keine weiteren Steuergelder verschwendet werden, sagte eine Vertreterin.