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Grenzbus bei Polen und Brandenburgern beliebt

Der Bus wird je zur Hälfte von Polen und Deutschen genutzt.
Der Bus wird je zur Hälfte von Polen und Deutschen genutzt.
Patrick Pleul

Jahrelang debattierten die Grenzstädte Frankfurt (Oder) und Slubice über eine Verkehrsverbindung über die Oder. Das hat sich offenbar gelohnt.

Der Linienbus 983 zwischen Frankfurt (Oder) und der polnischen Schwesterstadt Slubice wird besser genutzt als erwartet: 285 000 Fahrgäste überquerten mit ihm seit Inbetriebnahme vor einem Jahr die Oder. Damit seien die Erwartungen weit übertroffen worden, sagte Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder). Vor dem Start sei mit maximal 250 000 Fahrgästen gerechnet worden. Nun rechnet Ebermann mit weiter steigenden Zahlen, die Rede ist von bis zu 400 000 Fahrgästen pro Jahr.

Auch der Slubicer Bürgermeister Tomasz Ciszewicz und der Frankfurter Beigeordnete Markus Derling (CDU) zogen nach zwölf Monaten eine positive Bilanz. Der Bus sei ein „großer Erfolg“, sagte Derling und kündigte einen gemeinsamen Nahverkehrsplan der Städte für das kommende Jahr an. Nach den Plänen Ciszewiczs soll die Route perspektivisch ausgeweitet werden, damit ein im Bau befindlicher deutsch-polnischer Kindergarten angefahren werden kann.

Die Fahrgäste sind ungefähr je zur Hälfte Deutsche und Polen, darunter viele Studenten und Einkaufstouristen. An Spitzentagen nutzen knapp 2000 Menschen den Bus, der zunächst bis 2017 fahren soll. Es gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg.

Seit 1945 hatte es keinen öffentlichen Nahverkehr zwischen den beiden Grenzstädten gegeben, vor dem Zweiten Weltkrieg war eine Straßenbahn über die Oder gefahren.