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Hausgeburten in Brandenburg leicht rückläufig

Der Bedarf an Hebammenhilfe kann in Brandenburg landesweit nicht gedeckt werden.
Der Bedarf an Hebammenhilfe kann in Brandenburg landesweit nicht gedeckt werden.
Uli Deck

Viele Schwangere in Brandenburg würden ihr Baby gerne zu Hause oder in einem Geburtshaus zur Welt bringen. Doch dieser Wunsch kann den Frauen häufig nicht erfüllt werden.

Die Zahl der Hausgeburten geht in Brandenburg leicht zurück. Nach einem vorläufigen Ergebnis der Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG) in Storkow (Oder-Spree) kamen im vergangenen Jahr 209 Babys zu Hause oder in einem Geburtshaus zur Welt. 2015 habe diese Zahl noch bei 219 Säuglingen gelegen, 2014 bei 253. Der Rückgang sei mit einem Mangel an entsprechend qualifizierten Hebammen und Geburtshäusern in Brandenburg zu erklären, sagte Anke Wiemer, Geschäftsführerin der QUAG.

„Wir hätten schon Bedarf, können den aber nicht abdecken“, betonte Wiemer. „Vor allem in der Fläche werden die Hebammen weniger.“ Junge Berufsanfängerinnen würden lieber in der Stadt bleiben als aufs Land zu ziehen, erläuterte sie. So gebe es in ganz Südbrandenburg weder eine Hausgeburtshebamme noch ein Geburtshaus. Kolleginnen aus Berlin würden deshalb bis zu 100 Kilometer ins Brandenburger Umland fahren, um Frauen bei Schwangerschaft und Hausgeburt zu begleiten. Zu Beginn des Jahres 2017 gab es laut QUAG im ganzen Land elf Hausgeburtshebammen und vier Geburtshäuser, zwei davon in Potsdam.

Der Bedarf an Hebammenhilfe könne in Brandenburg landesweit nicht gedeckt werden, sagte die erste Vorsitzende des Habammenverbandes Brandenburg, Martina Schulze. Das gelte auch für Beleghebammen, die Geburten im Krankenhaus begleiten. „Immer weniger Kolleginnen bieten außerklinische Geburtshilfe und Beleggeburten an“, sagte Schulze. Ursachen seien die steigende Berufshaftpflicht und die relativ niedrige Bezahlung. Folgen seien eine Einschränkung der Wahlfreiheit des Geburtsortes für die Frauen in Brandenburg und oft der Verzicht auf Begleitung durch eine Hebamme im Krankenhaus, so Schulze.