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Heimerzieher wird sexueller Missbrauch vorgeworfen

Wegen ihres Umgangs mit Jugendlichen sind die Heime der Haasenburg längst geschlossen. Zu Ende ist das Kapitel damit aber noch keineswegs.

Das umstrittene Unternehmen betrieb bis Ende 2013 drei Einrichtungen in Brandenburg.
Patrick Pleul Das umstrittene Unternehmen betrieb bis Ende 2013 drei Einrichtungen in Brandenburg.

Ein Jahr nach Schließung der Haasenburg-Heime in Brandenburg nach Missbrauchsvorwürfen kommt der Fall vor Gericht. Ab Dienstag, dem 20. Januar, muss sich ein 29 Jahre alter Erzieher vor dem Amtsgericht Lübben (Dahme-Spreewald) verantworten. Die Anklage wirft ihm sexuellen Missbrauch in sechs Fällen vor. Der Mann soll sich im November 2013 an einer 15-Jährigen vergangen haben, sagte ein Gerichtssprecher. Zunächst hat das Gericht nur einen einzigen Prozesstag eingeplant – Richter Rainer Rörig will zunächst abwarten, wie sich der Angeklagte in dem Verfahren verhält.

Während sich der erste Erzieher vor Gericht verantworten muss, laufen die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Cottbus weiter. Sie prüft rund 50 Verfahren gegen Erzieher und Betreiber wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung. Zudem untersucht die Staatsanwaltschaft, ob die Betreiber falsch abgerechnet haben.

Zweiter Fall am Amtsgericht Lübben

Insgesamt drei Anklagen hat die Behörde bislang nach Angaben einer Sprecherin erhoben. Anfang Februar will das Amtsgericht Lübben nach bisheriger Planung den zweiten Fall verhandeln. Mehr als ein Dutzend Verfahren wurden bislang eingestellt.

Die damalige Ministerin Martina Münch (SPD) hatte der Haasenburg GmbH im Dezember 2013 die Betriebserlaubnis entziehen lassen. Diese Entscheidung hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) im Mai 2014 im Eilverfahren bestätigt. In der Hauptsache steht allerdings noch eine Verhandlung aus. Der Heimbetreiber weist die Vorwürfe von sich und wehrt sich juristisch dagegen.