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Horrorbilanz zum Debakel am BER

Die Bauarbeiten am neuen Flughafenterminal ziehen sich seit Jahren in die Länge. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Die Bauarbeiten am neuen Flughafenterminal ziehen sich seit Jahren in die Länge. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Patrick Pleul

Der Eröffnungstermin des Hauptstadtflughafens wurde bereits viermal verschoben. Ein Untersuchungsbericht schont keinen der Verantwortlichen.

Kollektiver Wirklichkeitsverlust, ein Verantwortungsvakuum und mangelnde Kontrolle zählen zu den Hauptgründen für das Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen. Das geht aus dem Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses hervor, den das Berliner Abgeordnetenhaus am Mittwoch veröffentlichte. Nach dreieinhalb Jahren Ausschussarbeit attestierten die Parlamentarier dem Vorhaben eine Projektkultur, „die Anzeichen für Fehlentwicklungen und teils alarmierende Warnungen externer Stellen systematisch ausblendete“. Negative Informationen seien systematisch ignoriert worden.

Der Ausschuss hatte 70 Zeugen befragt und mehr als 1600 Akten ausgewertet. Die Opposition aus Grünen, Linken und Piraten fügte dem Bericht lange Sondervoten an, weil aus ihrer Sicht in dem Konsenspapier die Politiker im Aufsichtsrat zu sehr geschont werden.

Das Gremium entwirft für die Zeit vor der spektakulär geplatzten Eröffnung des Flughafens 2012 das „Bild eines Kollektivs, das trotz aller kritischen Anzeichen den unbedingten Glauben an eine rechtzeitige Fertigstellung teilte, und die Möglichkeit einer Verfehlung des Inbetriebnahmetermins konsequent ausgeblendet hatte.“

Während in den Ausschusssitzungen die Regierungsfraktionen von SPD und CDU vor allem die früheren Geschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen ins Visier nahmen, zielte die Opposition auf den Aufsichtsrat um den früheren Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und den damaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD).