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Hunderte Tegel-Gegner demonstrieren am Berliner Kudamm

Verschiedene Bürgerinitiativen demonstrierten am Dienstag auf dem Kudamm in Berlin unter anderem mit dem Plakat "40 Jahre Fluglärm sind genug!" gegen den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel.
Verschiedene Bürgerinitiativen demonstrierten am Dienstag auf dem Kudamm in Berlin unter anderem mit dem Plakat "40 Jahre Fluglärm sind genug!” gegen den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel.
Soeren Stache

Wahlkampf-Endspurt vor dem Tegel-Volksentscheid am Wochenende. Es machen noch einmal die Gegner des alten Airports mobil – mit prominenter Unterstützung.

Wenige Tage vor dem Volksentscheid zur Zukunft des Berliner Flughafens Tegel haben mehrere Hundert Menschen für die Schließung des alten Airports demonstriert. Sie folgten einem Aufruf diverser Initiativen und zogen über den Kudamm zur Urania, wo es anlässlich einer Diskussionsrunde des „Tagesspiegel” zu dem Thema eine Abschlusskundgebung gab. Auf Plakaten war zu lesen „Tegel schließen – Ruhe genießen” oder "40 Jahre Fluglärm sind genug”. Über große Lautsprecher erschallten die Geräusche startender Jets.

Die Schauspielerin Jasmin Tabatabai sagte, beim Volksentscheid am Sonntag gehe es um Solidarität der Berliner. 300.000 Menschen im Norden der Hauptstadt, darunter viele Familien mit Kindern, müssten von Lärm und Dreck durch die Flugzeuge befreit werden. Grünen-Politiker Jürgen Trittin sagte: „Es geht darum, ob der Diesel unter den deutschen Flughäfen weiterbetrieben werden darf.”

Volksentscheid ist rechtlich nicht verbindlich

Unterdessen veröffentlichte die Senatskanzlei bei YouTube ein Video, auf dem Regierungschef Michael Müller (SPD) sowie seine Stellvertreter Klaus Lederer (Linke) und Ramona Pop (Grüne) dafür werben, Tegel nach Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER dichtzumachen. Unter dem Motto „Reden wir über Tegel” verweisen auch sie auf den Lärm.

Zudem biete das Tegel-Areal Entwicklungschancen für die Stadt. Dort seien 9000 bezahlbare Wohnungen, eine Hochschule und 20.000 Arbeitsplätze in Wissenschaft und Technologie geplant. Der Volksentscheid parallel zur Bundestagswahl ist rechtlich nicht verbindlich, weil nicht über einen Gesetzentwurf abgestimmt wird.