Mutmaßliche Impfgegner

Impfzentrum mit mehr als 150 falschen Buchungen lahmgelegt

Impftermin-Buchungen für Menschen, die es gar nicht gibt: Die Aktion mutmaßlicher Impfgegner ist für Ermittler nicht nur ein böser Streich. Der Staatsschutz ermittelt.
In der Kreisverwaltung geht man von einem bewussten Sabotageakt von Impfgegnern beziehungsweise Pandemieleugnern aus.
In der Kreisverwaltung geht man von einem bewussten Sabotageakt von Impfgegnern beziehungsweise Pandemieleugnern aus. Soeren Stache
Wandlitz

Das hatten sich die Ärzte und Pflegerinnen der Johanniter anders vorgestellt. Eigentlich wollten sie am 19. Dezember mehr als 150 Personen gegen das Coronavirus impfen, doch dann kam gar keiner zum Zentrum in Wandlitz (Landkreis Barnim).

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Ermittler gehen davon aus, dass derzeit noch unbekannte Personen für den 19. Dezember im Impfzentrum weit über 150 Termine mit nicht existierenden Personaldaten geblockt hatten, teilte die Polizeidirektion Ost im Land Brandenburg am Mittwoch mit. Das Buchungssystem sei an dem zwischen 10 Uhr und 17 Uhr blockiert gewesen. „Die Termine wurden letztendlich nicht wahrgenommen”, sagte Polizeisprecher Roland Kamenz.

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Die Polizei sieht die Aktion allerdings nicht als Kavalliersdelikt” an, stellte er klar. Immerhin ermittelt nun der Staatsschutz, der auch bei politische motivierten Delikten tätig wird, in Sachen Computersabotage. „Wir sind optimistisch, dass wir die Täter auch dingfest machen werden, möglichst zeitnah”, sagt Kamenz.

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Der Landkreis Barnim, der das Impfzentrum als eines von vier Zentren im Kreis betreibt, wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern. Man geht aber auch hier von einem bewussten Sabotageakt von Impfgegnern beziehungsweise Pandemieleugnern aus.

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