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Ist der Zug für Bombardier in Hennigsdorf abgefahren?

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) unterhält sich beim Besuch der Bombardier Transportation GmbH in Hennigsdorf (Brandenburg) mit Lehrlingen. Die Zukunft der Arbeitsstellen in dem Werk ist ungewiss.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) unterhält sich beim Besuch der Bombardier Transportation GmbH in Hennigsdorf (Brandenburg) mit Lehrlingen. Die Zukunft der Arbeitsstellen in dem Werk ist ungewiss.
Bernd Settnik

Schließt der Schienenfahrzeughersteller Bombardier seine Produktionslinie? Der Ministerpräsident Woidke stellt die Beschäftigten schon mal auf einen „harten Kampf“ ein.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stellt sich auf einen „harten Kampf“ um den Erhalt der Jobs im Hennigsdorfer Bombardier-Werk ein. Bis zu 900 Stellen könnten nach Befürchtungen des Betriebsrats hier gestrichen werden. Dessen Vorsitzender Michael Wobst befürchtet, dass die Produktion in Hennigsdorf komplett geschlossen und ins sächsische Bautzen verlagert wird. „Wir werden dagegen alles tun, was wir als Land machen können“, unterstrich Woidke am Rande der Versammlung. „Der Zug für Hennigsdorf ist noch längst nicht abgefahren“, betonte er.

Die Möglichkeiten eines Regionalpolitikers seien gegenüber einem international operierenden Konzerns jedoch begrenzt, räumte Woidke ein. „Wir hoffen aber, dass die Konzernzentrale in Quebec merkt, dass in Deutschland bestimmte Sachen wichtig sind.“ Jeder einzelne Industrie-Arbeitsplatz habe in Brandenburg Bedeutung. „Und wir sind es gewohnt zu kämpfen. In den 90er Jahren haben wir häufig gewonnen und auch mal verloren. Aber wir werden nicht aufgeben“, unterstrich Woidke. Notfalls stelle das Land für Bombardier Fördergelder bereit. Bedingung: Die Produktion müsse in Hennigsdorf bleiben.

Weltweit fallen 5000 Stellen weg

Allerdings hält sich die Unternehmensleitung weiterhin bedeckt, welche konkreten Pläne sie in Zahlen ausgedrückt für Hennigsdorf hat. Klar sei nur, dass die Havelstadt in Zukunft im Konzernverbund weiter eine wichtige Rolle spielen soll. So sei Hennigsdorf als „globaler Leitstandort für die Entwicklung und Tests von Zügen sowie S- und U-Bahnen“ vorgesehen, betonte Unternehmenssprecher Andreas Dienemann.

Dazu könnten Wartung und Instandhaltung sowie die Produktion von Prototypen und Vorserien am Standort verbleiben. Generell will der kanadische Flugzeug- und Bahnkonzern weltweit 5000 Stellen streichen. Wie viele Beschäftigte in Hennigsdorf gehen sollen, verriet das Unternehmen auch am Freitag nicht.