ANGEKLAGT

Jäger wegen Wolfsabschuss in Brandenburg vor Gericht

Weil ein niederländischer Jäger einen Wolf erschossen hat, wurde er nun angeklagt. Der Deutsche Jagdverband verurteilt die Staatsanwaltschaft scharf.
Im Januar 2019 wurde der 17 Wolf seit der Wiedervereinigung in Deutschland geschossen. (Symbolbild)
Im Januar 2019 wurde der 17 Wolf seit der Wiedervereinigung in Deutschland geschossen. (Symbolbild) Patrick Pleul
Der niederländische Jäger, der damals abdrückte, wird nun von der Brandenburger Staatsanwaltschaft angeklagt.
Der niederländische Jäger, der damals abdrückte, wird nun von der Brandenburger Staatsanwaltschaft angeklagt. Sabine Baschke
Der Deutsche Jagdverband kritisiert die Staatsanwaltschaft für diese Entscheidung scharf.
Der Deutsche Jagdverband kritisiert die Staatsanwaltschaft für diese Entscheidung scharf. Carsten Rehder
Rädigke.

Der Abschuss, der einen niederländischen Jäger nun teuer zu stehen kommen könnte, ist bereits über ein Jahr her: Im Januar 2019 betätigte ein niederländischer Jäger den Abzug am Rande einer Treibjagd im brandenburgischen Rädigke, in der Potsdamer Mittelmark. Ein Wolf hatte Stöberhunde, die an der Jagd beteiligt waren, angegriffen. Auch nach Händeklatschen und einem Warnschuss ließ der Wolf nicht von den Hunden ab, der Jäger tötete das Tier. Mehrere Zeugen bestätigten diese Variante der Geschichte. Trotzdem will die Brandenburger Staatsanwaltschaft den niederländischen Jagdgast nicht einfach so davonkommen lassen und erhebt Anklage.

Jäger hätte nicht schießen dürfen

Damit steht die Frage im Raum, ob der Jäger in einem Notstand oder mit voller Absicht gehandelt habe. Laut Informationen des Deutschen Jagdverbandes, der sich auf den Verteidiger des Jägers beruft, ist die Haltung der Staatsanwaltschaft klar: Der Jäger hätte in keinem Fall schießen dürfen, heißt es. Für die Verteidigung eine absurde Haltung. Es sei eindeutig klar, dass der Niederlage ändische Jäger in einer Notstandssituation gehandelt habe, das zeige die Aktenlage, so die Verteidigung.

Deutscher Jagdverband kritisiert Staatsanwaltschaft

Scharfe Kritik an der geplanten Klage übt der Deutsche Jagdverband, als Interessenvertreter der Jäger. „Sollte sich diese Rechtsansicht durchsetzen, sollten Jäger wegen der strafrechtlichen Risiken künftig keine Jagdhunde mehr für Stöberjagden und Nachsuchen in Wolfsgebieten einsetzen”, heißt es in einer Presseerklärung. Die Warnung bezieht sich auf die Annahme, dass der angeklagte Jäger nur seine Hunde vor dem Wolf schützen wollte.

DJV-Vizepräsident: „Gesetzgeber muss jetzt handeln.”

Weiter forderte der Verband eine klare Position aus der Politik. „Der Gesetzgeber muss jetzt handeln und klare Regeln für einen derartigen Notstand entwickeln“, sagte DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke. Weiter betonte er, dass das Gesetz den Einsatz von ausgebildeten Jagdhunden vorschreibe. Es sei deshalb inakzeptabel, dass sie im Einsatz nicht geschützt werden dürfen.

 

 

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