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Bedrohte Art im Visier

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Jäger wollen Lockerung des Wolfsschutzes

Diese Tiere leben in einem Wildpark. Für ihre Artgenossen in freier Wildbahn könnte es gefährlich werden.
Diese Tiere leben in einem Wildpark. Für ihre Artgenossen in freier Wildbahn könnte es gefährlich werden.
Patrick Pleul

Der Wolf steht auf der Roten Liste und breitet sich wieder aus — sehr zur Freude von Tierschützern. Weidmänner sehen in ihm nun eine Gefah Wild- und Nutztiere.

Der Brandenburger Landesjagdverband fordert, dass in bestimmten Fällen die Jagd auf die streng geschützten Wölfe erlaubt wird. „Wenn eine kritische Dichte erreicht ist, muss man schnell reagieren können“, sagte Verbandspräsident Wolfgang Bethe. Sobald den Tieren ihre Reviere wegen vieler Artgenossen zu eng seien, würden sie zur Gefahr für Nutztiere, beispielsweise für Schafe und Ziegen. Es müsse eine gesetzliche Grundlage für die Jagd-Erlaubnis geschaffen werden, heißt es in einem Positionspapier, das die 250 Delegierten am Wochenende auf einer Verbandstagung in Potsdam beschlossen haben.

Der Verband rechnet mit Zuwächsen der Wolfspopulation in Brandenburg von jährlich 30 Prozent. In der Mark leben derzeit nach Angaben des Umweltministeriums 100  Wölfe. Die Jäger fürchten auch um den Wildbestand, weil sich die Wölfe von Rehwild, Rotwild, Damwild und Wildschweinen ernährten.

Einheitliche Richtlinie gefordert

Auch die Jäger in Sachsen-Anhalt schlossen sich der Forderung an. Das sei angesichts der rasant wachsenden Zahl an Wölfen in Deutschland notwendig, sagte der Landesjagdverbands-Chef in Sachsen-Anhalt, Hans-Heinrich Jordan, am Wochenende. Der Bundesverband fordert dazu ein deutschlandweit einheitliches Wolfsmanagement.

Weiterhin wollen die Brandenburger Weidmänner, dass zu Jagdzeiten auch auf andere geschützte Arten wie zum Beispiel Kormoran, Nilgans oder Biber geschossen werden darf, um deren Bestände zu regulieren. Außerdem sollten in Feldern mit hochwachsenden Pflanzen wie etwa Mais Schneisen dafür sorgen, dass Wildtiere sich nicht verstecken können. Windkraftanlagen in Wäldern werden vom Verband abgelehnt, weil sie eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse darstellten, hieß es weiter.