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Jugendlicher am Alexanderplatz niedergestochen

Trotz verstärkter Präsenz bekommt die Polizei die Probleme am Alexanderplatz nicht endgültig in den Griff.
Trotz verstärkter Präsenz bekommt die Polizei die Probleme am Alexanderplatz nicht endgültig in den Griff.
Paul Zinken

Ein 16-Jähriger wird mit einem Messer schwer verletzt – in der Nähe des Ortes, an dem Jonny K. zu Tode geprügelt wurde. Neue Sicherheitsmaßnahmen nutzten offenbar nichts.

Wieder gab es ein blutiges Verbrechen am Alexanderplatz – dort, wo Jonny K. sein Leben verlor. Bei einem Streit zwischen zwei Gruppen wurde ein 16-Jähriger schwer verletzt. Laut Polizei gerieten die beiden Gruppen am Samstagabend in der Rathausstraße aneinander. Es kam zum Streit, eine Flasche wurde geworfen, die einen 19-jährigen Mann traf und leicht verletzte. Der geriet daraufhin laut Polizei in Wut, zog ein Messer und stach um sich. Ein 36-Jähriger wurde dabei leicht, der 16-Jährige schwer verletzt.

Rund um den Alexanderplatz kommt es öfter zu Überfällen und Schlägereien. Im Oktober 2012 wurde der 20 Jahre alte Jonny K. zu Tode geprügelt. Eine Gedenkplakette erinnert daran. Die Polizei zeigt in der Gegend verstärkt Präsenz.

Der Alex ist zum Problemfall geworden

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) nannte es am Sonntag „verstörend“, dass es nur wenige Meter von der Plakette für Jonny K. zu einem weiteren „ernsthaften Gewaltvorfall“ gekommen sei. „Wegen solcher Vorfälle, aber vor allem auch wegen der subjektiven Wahrnehmung vieler Menschen, dass der Alex ein unsicherer Raum ist, war es richtig, die Sicherheitsmaßnahmen deutlich zu erhöhen“, teilte er mit. „Wir setzen darauf, dass die hohe Streifentätigkeit auch weiterhin greift und es sich herumspricht, dass Gewaltvorfälle sofort Konsequenzen haben“, erläuterte Henkel. Dennoch habe er Zweifel, dass ein solcher rein abschreckender Effekt ausreiche. „Es muss sich damit auseinandergesetzt werden, dass der Alexanderplatz gerade am Wochenende zu einer problematischen Partymeile geworden ist, die auch eine alkoholgeneigte und konfliktbereite Klientel anzieht.“ Dies trage zum negativen Sicherheitsgefühl bei.