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Junge Wölfe stark gefährdet

Nicht nur in der Lausitz sind Auto- und Bahnverkehr die größte Gefahr für die wild lebenden Wölfe.
Nicht nur in der Lausitz sind Auto- und Bahnverkehr die größte Gefahr für die wild lebenden Wölfe.
Ingo Wagner

Ganz vermeiden lassen sich Verkehrsunfälle mit Wölfen wohl nicht. Aber es gibt durchaus hilfreiche Maßnahmen.

Vor allem junge Wölfe fallen Verkehrsunfällen zum Opfer. Oft liefen die Jungtiere ihren Eltern einfach hinterher, ohne auf den Verkehr zu achten, erläuterte Markus Bathen vom Naturschutzbund (NABU). Erst Mitte Februar wurde im Landkreis Bautzen wieder ein Wolf überfahren – der erste registrierte in diesem Jahr in Sachsen. Auch er war Bathen zufolge noch halbwüchsig.

Aktuell leben in Sachsen mindestens zehn Wolfsrudel. In Brandenburg sind es wohl 14. Wie viele Tiere es genau sind, lasse sich aber schwer sagen, sagt Vanessa Ludwig vom Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“: „Pro Rudel etwa fünf bis zehn, aber das ist nur ein Richtwert“. Autos und Bahnen sind die größte Gefahr für den Wolf. Seit dem Jahr 2000 fielen 23 von 35 tot gefundenen Wölfen in Sachsen dem Verkehr zum Opfer. In Brandenburg wurden seit 2000 bereits 26 Wölfe überfahren – bundesweit 58.

Zäune und Brücken bieten nur wenig Schutz

„Vermeiden lässt sich das nicht“, sagte Ludwig. Helfen könnten allenfalls Zäune und Brücken – aber auch das sei unrealistisch. Deutschland sei eines der verkehrsreichsten Wolfsgebiete der Welt.

„Wenn, dann kann man lokal etwas tun“, sagte Bathen. So wie auf einem Teilstück der Bundesstraße 156 bei Weißwasser (Landkreis Görlitz). Allein dort sind nach Informationen des Kontaktbüros seit dem Jahr 2000 zehn Wölfe verendet. „Da wurden dann entlang der Straße Bäume gefällt, um die Sicht für Wolf und Autofahrer zu verbessern“, sagte Ludwig. Bathen nennt das die „skandinavische Lösung“ Wolfsunfälle seien zwar nicht gänzlich vermieden worden, sagte Ludwig, es seien aber weniger geworden.