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Körperwelten-Schau ist für den Unterricht tabu

Die Ausstellung zeigt Körper in allen Lebenslagen wie hier eine Schwangere.
Die Ausstellung zeigt Körper in allen Lebenslagen wie hier eine Schwangere.
Stephanie Pilick

Das umstrittene Museum mit präparierten Leichen ist inzwischen offen. Wann märkische Schüler die Körper sehen dürfen und wann nicht.

„Körperwelten“-Leichen im Biologie-Unterricht? Nicht für brandenburgische Schulklassen: Das Bildungsministerium erlaubt den Besuch des neuen Berliner Museums des Leichenpräparators Gunther von Hagens während des Unterrichts nicht. Das teilte das Ministerium am Dienstag in Potsdam mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. In Berlin ist die Regelung so: „Das entscheiden die Schulen selbst“, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung.

Zugleich stellte das märkische Ministerium klar, dass auf Klassenfahrten der Besuch des Museums möglich sei, weil diese Ausflüge freiwillig seien. Als Begründung für die Richtlinie hieß es, dass kein Kind – außerhalb der ethischen Diskussion – gezwungen werden könne, die kommerzielle Ausstellung zu besuchen. In den „Körperwelten“- Ausstellungen des umstrittenen Leichenpräparators von Hagens sind präparierte Leichen dargestellt, teilweise als Ganzkörper-Plastinate.

Regelung ist nicht völlig neu

Die Regelung gibt es in Brandenburg nicht erst seit der Eröffnung des Museums am Alexanderplatz in der vergangenen Woche. Seit Jahren gilt sie auch für den Standort Guben an der Grenze zu Polen, wo die Leichen in einer für Besucher offenen Werkstatt – „Plastinarium“ genannt – präpariert werden.

Der brandenburgische Pädagogen-Verband hält die Regelung des Ministeriums für den richtigen Weg. „Viele Schüler sind nicht auf den Umgang mit dem Tod vorbereitet“, sagte Verbandspräsident Hartmut Stäker. Mögliche psychologische Folgen für die Kinder seien nicht absehbar.

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