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Kritik am Aus für den Eurocity nach Wroclaw

Den Zug „Wawel“ gibt es seit gut einer Woche nicht mehr.
Den Zug „Wawel“ gibt es seit gut einer Woche nicht mehr.
Patrick Pleul

Die Direktverbindung von Hamburg über Berlin nach Wroclaw war wegen zu geringer Auslastung eingestellt worden.

Das Aus für den Eurocity „Wawel“ ist aus Sicht der Gesellschaft für deutsch-polnische Nachbarschaft Sasiedzi nicht hinnehmbar. Die Verbindung zwischen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg und der südostpolnischen Metropolregion um Wroclaw sei für das Zusammenwachsen beider Länder wichtig, betonte die Gesellschaft in einer Mitteilung. Sie fordert die Wiederaufnahme des Betriebs. Mit dem neuen Fahrplan ab 14. Dezember wurde die Direktverbindung von Hamburg über Berlin nach Wroclaw eingestellt.

Als Grund gab die polnische Bahngesellschaft PKP Intercity das geringe Interesse von Reisenden an. Dem Fahrplan zufolge dauerte eine direkte Fahrt mehr als sieben Stunden. Der EC „Wawel“ war nach Angaben der Deutschen Bahn seit 2001 im Einsatz. Wegen Bauarbeiten endete die Strecke in den vergangenen zwei Jahren bereits in Breslau.

Die Probleme der Bahnstrecke seien zu großen Teilen hausgemacht, meint Sasiedzi. Es habe nur ein Zugpaar täglich gegeben. Zudem habe die Bahn einen Fernbus zwischen Berlin und Wroclaw in Betrieb genommen – und sich damit selbst Konkurrenz geschaffen.