Die CDU wollte zum Schutz von Weidetierhaltern umfangreiche Maßnahmen durchsetzen.
Die CDU wollte zum Schutz von Weidetierhaltern umfangreiche Maßnahmen durchsetzen. Patrick Pleul
CDU-Antrag abgeschmettert

Landtag lehnt Schutzjagden auf Wolf ab

Ein umfangreiches Paket mit Maßnahmen zum Wolfsschutz – darunter auch Schutzjagden – fand im brandenburgischen Landtag keine Mehrheit.
Potsdam

Immer wieder machen Meldungen von Wolfsrissen die Runde in Brandenburg - so auch diese Woche. Vor diesem Hintergrund hat Brandenburgs CDU-Landtagsfraktion erneut die Einführung von Schutzjagden auf den Wolf, die finanzielle Unterstützung von Weidetierhaltern beim Unterhalt von Herdenschutzhunden sowie einen neuen Wolfsmanagementplan gefordert. „Die fast täglichen Meldungen über Wolfsrisse zeigen, dass das Wolfsmanagement und die Wolfsverordnung zu einem stumpfen Papierschwert geworden sind“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski am Freitag im Landtag. „Es herrscht Frust über das Wolfsmanagement.“

Es gebe keinen einzigen Fall, in dem das Umweltamt gehandelt habe. Stattdessen hätten sich mehrere Gemeinden zur „wolfsfreien Zone“ erklärt. Dies sei ein Hilfeschrei. Immer wieder gibt es spektakuläre Meldungen von Wolfs-Attacken in der Region, erst kürzlich hatte ein Wolf in der Lausitz zwei Damhirsche durch ein Dorf gehetzt.

SPD und Linke wittern Populismus

Doch der CDU-Antrag wurde von den Koalitionsfraktionen abgelehnt. Der Abgeordnete Carsten Preuß (Die Linke), im Ehrenamt Vorsitzender des BUND-Landesverbands, forderte zudem mehr Sachlichkeit, weniger Polarisierung und Populismus im Umgang mit dem Wolf. „Auch die Schutzjagd in Schweden regelt nichts anderes, als die Brandenburger Wolfsverordnung, nämlich die Entnahme einzelner Wölfe nach einer Einzelfallentscheidung“, sagte Preuß.

Hingegen sei die „Lizenzjagd“, also die Jagd auf Wölfe oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes in Schweden ausgesetzt, seit es deswegen Ärger mit der EU gegeben habe. Auch der SPD-Abgeordnete Wolfgang Roick äußerte sich kritisch zum Antrag der CDU: Der Bund sei bis zum 11. November aufgefordert, ein Konzept zum Umgang mit dem Wolf aufzulegen. Bis dahin sollte man mit derartigen Programmen warten.

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