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Landwirt wegen Totschlags vor Gericht

Auf dem Hof des 61-Jährigen wurde der Veterinärbeamte getötet. Der Tatort wurde sofort abgesperrt.
Auf dem Hof des 61-Jährigen wurde der Veterinärbeamte getötet. Der Tatort wurde sofort abgesperrt.
Nestor Bachmann

Einem 72-Jährigen sollten vom Veterinäramt fast alle Rinder weggenommen werden. Als die Mitarbeiter auf dem Hof ankamen, griff der Bauer zur Waffe. Ein Mann starb. Nun beginnt der Prozess vor dem Landgericht.

Seine Rinder will der Landwirt nicht freiwillig hergeben. Behördenvertreter sind auf seinen Hof bei Nauen (Havelland) gekommen, um die Tiere abzutransportieren. Daraufhin soll der 72-Jährige mit einer Schrotflinte geschossen und einen Mitarbeiter des Veterinäramts getötet haben. Der 61-Jährige starb am Tatort. Am Dienstag beginnt am Landgericht Potsdam der Prozess gegen den mutmaßlichen Schützen.

Laut Anklage soll der Mann auch versucht haben, eine Amtstierärztin zu erschießen. Dies sei aber wegen eines technischen Defekts der doppelläufigen Flinte nicht gelungen. Der Angeklagte steht wegen versuchten Totschlags und unerlaubten Führens einer Schusswaffe vor Gericht.

Angeklagter will sich umfassend äußern

Sein Mandant werde sich zum Prozessauftakt „umfassend selber einlassen“, kündigt Anwalt Thomas Arndt an. Er bedauere das Geschehene, „er wollte nie einen Menschen umbringen“. In seiner „subjektiven Wahrnehmung“ habe der Mann „auf scheinbares Unrecht“ reagiert, so Arndt.

Der Landwirt lebte alleine auf dem Hof in Klein Behnitz. Weil er nach Ansicht der Behörden mit der Haltung seiner Rinder überfordert war, sollten ihm fast alle Tiere weggenommen werden. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte er vom Landkreis Havelland die Auflage erhalten, den Rinderbestand von 30 auf fünf Tiere zu reduzieren. Vorübergehend sei die Herde bei einem anderen Bauern untergekommen. Als sich die Situation nach der Rückkehr der Tiere nicht besserte, hätten dem 72-Jährigen die Rinder entzogen werden sollen. Neun Verhandlungstage sind für den Prozess angesetzt. Er soll am 29.  September zu Ende gehen.