TOTE UND SCHWERVERLETZTE

Leichtsinn an Gleisen fordert Opfer

Sie besprühen Waggons mit Graffiti oder klettern auf Zügen herum. Solche Aktionen enden so manches Mal mit dem Tod – oder mit schweren Verletzungen. Jährlich werden mehr Vorfälle bekannt.
dpa
In regelmäßigen Abständen gibt es Tote oder Schwerverletzte an Bahnanlagen. Die Ursachen sind meist Übermut, Leichtsinn, Unwissen oder Mutproben.
In regelmäßigen Abständen gibt es Tote oder Schwerverletzte an Bahnanlagen. Die Ursachen sind meist Übermut, Leichtsinn, Unwissen oder Mutproben. Bernd Settnik
Potsdam.

Leichtsinnige Aktionen an Schienen oder Zügen bezahlen junge Leute in Brandenburg immer wieder mit ihrem Leben. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Jährlich würden mehrere solcher Vorfälle mit Kindern und Jugendlichen bekannt, sagte Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin. In regelmäßigen Abständen gebe es in der Region Tote oder Schwerverletzte durch Stromschläge an Bahnanlagen. Die Ursachen seien meist Übermut, Leichtsinn, Unwissen oder Mutproben.

Der Sprecher verwies auf drei herausragende Fälle, die sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre in Brandenburg ereignet haben. So sei ein 15-Jähriger im Januar 2015 am Bahnhof Rangsdorf (Teltow-Fläming) vom letzten Personenwagen auf die am Zugende angehängte Lok geklettert – und durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Tödlich endete der Stromschlag aus der Oberleitung für einen 17-Jährigen im März 2015. Er war in einen Kesselwagen eines abgestellten Güterzuges in Guben (Spree-Neiße) geklettert. Im Februar 2016 sei eine 15-Jährige am Bahnhof Fürstenwalde (Oder-Spree) auf die gleiche Weise ums Leben gekommen.

Kinder spielen im Bahnbereich

Lokführer würden immer wieder spielende Kinder im Bahnbereich melden. „In diesen Fällen werden Streifen der Bundespolizei zur Suche nach den Kindern eingesetzt”, sagte Schobranski. Gleiches gelte, wenn Jungen oder Mädchen auf dem Dach einer S-Bahn surfen, Bahnanlagen an verbotenen Stellen überquert werden oder Selfies auf Gleisen geknipst werden.

„Das kann für Stunden den Bahnbetrieb lahm legen”, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin. S-Bahn-Surfer oder Graffitisprayer seien eher im berlinnahen Raum aktiv. Das Phänomen S-Bahn-Surfen ist Schobranski zufolge jedoch bei Weitem nicht mehr so verbreitet wie noch in den 90ern. Das liege vor allem an den neuen Zügen. Bei ihnen sei es nahezu unmöglich, während der Fahrt Türen zu öffnen, sich an Regenablaufrinnen festzuhalten oder auf einem Trittbrett zu stehen.

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