In einer Schule in Oranienburg
In einer Schule in Oranienburg Soeren Stache
Vergleichstest

Lesen, Schreiben, Rechnen – Brandenburgs Grundschüler werden immer schlechter

Die Leistungen von Schülern verschlechtern sich – auch in Brandenburg. Nicht einmal jeder dritte Viertklässler schafft noch den Regelstandard.
dpa
Potsdam

Es ist ein allgemeiner Trend - und er geht in die falsche Richtung. Auch in der Mark. Die Viertklässler in Brandenburgs Schulen haben in einem bundesweiten Bildungsvergleich vor allem bei der Rechtschreibung schlecht abgeschnitten. Aber auch beim Lesen, Zuhören und in Mathematik sind sie schlechter als im bundesweiten Durchschnitt. Mit 30,3 Prozent erreichte weniger als ein Drittel der Kinder der vierten Jahrgangsstufen in Brandenburg für 2021 den Regelstandard bei Orthografie im Fach Deutsch, wie eine am Montag von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellte Studie zeigt. Nur in Berlin war der Anteil geringer.

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45,7 Prozent erreichten in Brandenburg den Mindeststandard nicht und damit fast jedes zweite Schulkind. Deutschlandweit kamen 44,4 Prozent der Kinder auf den Regelstandard und 30,4 Prozent erreichten den Mindeststandard nicht. Fünf Jahre zuvor schafften noch 50,7 Prozent in Brandenburg den Regelstandard, nur 23,2 Prozent erreichten den Mindeststandard nicht.

Für den IQB-Bildungstrend wird der Stand bei Schülerinnen und Schülern im Abstand von fünf Jahren repräsentativ untersucht. An fast 1500 Schulen in Deutschland wurden zwischen April und August 2021 etwa 27 000 Viertklässler getestet – in Lesen, Zuhören, Rechtschreibung und Mathematik. Im Juli waren die Zahlen für ganz Deutschland vorgestellt worden, nun folgte ein Ländervergleich. Dabei sollen zum Beispiel aus Texten bestimmte Fakten gelesen und verstanden werden oder im Bereich Mathematik gerechnet werden, aber auch mit geometrisches Formen gearbeitet werden.

Ein Lichtblick bei Mathematik – aber nur ein kleiner

In Mathematik sieht es in Brandenburg besser aus: Hier erreichten 46 Prozent der Viertklässler den Regelstandard. Der bundesweite Durchschnitt liegt allerdings bei 54,8 Prozent und die Entwicklung verlief auch hier negativ. Fünf Jahre zuvor hatten in Brandenburg noch 63 Prozent der Kinder den Regelstandard erreicht. 29,2 Prozent kamen in Brandenburg nicht auf den Mindeststandard – bundesweit waren es 21,8 Prozent. 2016 lag der Wert in Brandenburg bei 14,7 Prozent.

Auch beim Lesen und Zuhören schnitten die Viertklässler in Brandenburg nicht so gut wie im Bundesdurchschnitt ab und die Werte verschlechterten sich im Vergleich zu vor fünf Jahren. Beim Lesen kamen in Brandenburg laut Umfrage 51,3 Prozent der Kinder auf den Regelstandard, nur in Berlin und Bremen waren es weniger. 21,6 Prozent erreichten in Brandenburg den Mindeststandard nicht. Beim Zuhören kamen 51,9 Prozent der Brandenburger Kinder auf den Regelstandard, 22,5 Prozent erreichten den Mindeststandard nicht.

Der Vergleich mit der Studie des Jahres 2016 zeigte, dass die Grundschulkinder zunehmend Mathe- und Deutschprobleme haben und über die Jahre in ihren Kompetenzen zurückfallen. „Die ungünstigsten Entwicklungen sind dabei in allen Kompetenzbereichen in Brandenburg zu beobachten”, heißt es in der Untersuchung zu Lesen, Orthografie und Zuhören.

Kein Test im MV – wegen eines Lockdowns

Hier hätten sich die Anteile der Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard nicht erreichen, in den vergangenen fünf Jahren etwa verdoppelt. In Mathematik seien die Anteile in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen durchgehend signifikant ungünstiger ausgefallen als bundesweit.

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Aus Mecklenburg-Vorpommern liegen keine Daten vor - als einziges Land. Hier besuchten im Testzeitraum wegen eines Lockdowns nämlich zu wenige Kinder den Präsenzunterricht, um eine ausreichend große Stichprobe gewinnen zu können.

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