FRIDAYS FOR FUTURE

Linksextremisten verüben Brandanschlag auf Bahn-Leitungen in Berlin

Die Bahn steht immer wieder im Visier von Linksextremisten. Mit einer nach eigener Aussage „feurigen Sabotageaktion” wollten diese den Generalstreik von Fridays for Future unterstützen.
dpa
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In Berlin muss die Bahn nach einem Brandanschlag viel reparieren und austauschen (Symbolbild).
In Berlin muss die Bahn nach einem Brandanschlag viel reparieren und austauschen (Symbolbild). Fabian Fuchs
Berlin.

Bislang unbekannte Täter haben einen Brandanschlag auf Leitungen und Kabel der Bahn in Berlin-Karlshorst verübt. Die Polizei geht davon aus, dass politische Extremisten verantwortlich sind, wie ein Sprecher am Montag sagte.

Der S-Bahn- und Regionalzugverkehr auf der Strecke zwischen Ostkreuz und Erkner wurde unterbrochen oder umgeleitet. Die S-Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. S-Bahnen sollen ab Montagabend wieder regulär fahren, die Regionalzüge wohl erst im Lauf des Dienstags.

Bekennerschreiben im Internet

Auf indymedia.org, einer Plattform die Verbindungen zum Linksextremismus haben soll, reklamiert die „Vulkangruppe Ok / Fridays for Future im Generalstreik“ die „feurige Sabotageaktion” (O-Ton) für sich. „Heute haben wir die Reiseverbindung zwischen Flughafen Schönefeld, Berlin, Erkner, Cottbus und Frankfurt (Oder) gekappt”, heißt es dort.

Und weiter: „Mit unserem Aktionsbeitrag wollen wir nicht die 'Fridays for Future' Bewegung vereinnahmen – doch sind wir auch dieser Bewegung zugehörig. Wir unterstützen den ausgerufenen Generalstreik, weil wir die Sorgen um unsere Zukunft teilen. Wir haben uns für eine militante Aktion entschieden, weil ein Generalstreik auch mit den Mitteln der Sabotage zu unterstützen ist.”

Die Polizei prüft derzeit noch die Echtheit des Bekennerschreibens. Auf der Plattform indymedia kann jeder User Inhalte veröffentlichen. So kam es in der Vergangenheit bereits zu falschen Bekennerschreiben.

Feuer in Kabelschacht gelegt

Das Feuer wurde in der Nacht zu Montag um 3.31 Uhr in dem Kabelschacht an der Zugstrecke nahe dem S-Bahnhof Karlshorst gelegt, wie ein Bahnsprecher sagte. Der genaue Ort war noch nicht bekannt. Das Feuer zerstörte zum einen Kabel für die Stromversorgung der S-Bahn. Diese Reparaturen sollten bis Montagnachmittag fertig sein.

Schwerwiegender waren Zerstörungen von Leitungen, mit denen die Bahn die Regionalzüge steuert. „Zahlreiche Signale und Weichen sind ausgefallen”, sagte ein Bahnsprecher. „Auch die Kommunikationstechnik und die Fahrgastinformation waren betroffen.” Ganze Leitungen müssen an der Stelle ersetzt werden. Das sollte bis Dienstagvormittag dauern. So lange sollten mehrere Zuglinien zum Bahnhof Lichtenberg umgeleitet werden.

Viele Fahrgäste wurden am Morgen von den Zugausfällen überrascht. Die S-Bahn twitterte: „Leider ist die komplette Fahrgastinformation auf den Bahnhöfen #Wuhlheide, #Köpenick, #Hirschgarten, #Friedrichshagen, #Rahnsdorf, #Wilhelmshagen und #Erkner ausgefallen, bitte informiert die anderen Fahrgäste über die aktuelle Situation.”

Staatsschutz ermittelt

Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt. In den vergangenen Jahren verübten Linksextremisten immer wieder Brandanschläge auf Bahnanlagen. Zum Teil veröffentlichten sie im Internet Bekennertexte.

Für die S-Bahn war der Montag auch ansonsten kein glücklicher Tag. Am Morgen fuhr eine Bahn auf der Strecke zwischen Griebnitzsee und Wannsee gegen einen querliegenden Baum und blieb liegen. Rund 100 Fahrgäste wurden betreut. Die Feuerwehr musste den Baum entfernen. Mittags wurde der ganze Verkehr zwischen Bahnhof Zoo und Charlottenburg wegen eines Feuerwehreinsatzes unterbrochen.

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