:

Mehr als 300 Korruptionsverfahren in Brandenburg

Der Schwerpunkt der Korruption liegt in Brandenburg in der öffentlichen Verwaltung.
Der Schwerpunkt der Korruption liegt in Brandenburg in der öffentlichen Verwaltung.
Peter Steffen

Ein Luxusessen, eine Reise oder Handwerkerleistungen. Aus der Gefälligkeit kann schnell Korruption werden. Für die Betroffenen wird das oft zum Verhängnis. Immer mehr Fälle werden entdeckt.

Die Anzahl der Korruptionsverfahren in Brandenburg lag auch 2012 wieder über 300. „Das ist etwas weniger als im Vorjahr - aber mehr als in den Jahren zuvor“, sagte Oberstaatsanwalt Frank Winter. Der Jurist leitet in Neuruppin die landesweite Schwerpunktabteilung für Korruption. Knapp zwölf Jahre nach deren Gründung verzeichnen die Ermittler einen Aufwärtstrend.

Seit 2007 seien jährlich etwa 290 Verfahren anhängig, so Winter. In den vergangenen beiden Jahren wurde jeweils die 300 überschritten (2011: 335; 2012: 308).„Die Steigerung zeigt, dass es uns immer besser gelingt, die Fälle aus dem Dunkelfeld zu holen“, sagte Winter. Ein Beleg für einen Anstieg der Korruption seien sie jedoch nicht. Brandenburg gehörte bundesweit zu den ersten Ländern, die Staatsanwälte gezielt gegen Korruption einsetzten.

In die Landeskasse spülen die Ermittlungen seit Jahren Millionen Euro. In durchschnittlich etwa 20 Prozent der Fälle werden Geldstrafen oder Geldbußen fällig. Deren Höhe wird nicht statistisch bei der Staatsanwaltschaft erfasst. „Aber eine sechsstellige Summe kommt mit Sicherheit zusammen“, so Winter.

Der Schwerpunkt der Korruption liegt in Brandenburg eindeutig in der öffentlichen Verwaltung, sagt Winter. „Ich glaube aber, dass die Statistik den Beamten und Bediensteten nicht ganz gerecht wird“, meint der Jurist. In anderen Bundesländern habe es in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Verfahren von Korruption in der Wirtschaft gegeben. In Brandenburg liege deren Anteil unter 20 Prozent.