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Mehr Bewerber aus Berlin angestrebt

Angehende Handwerker aus Berlin sollen künftig ins Umland gelockt werden.
Angehende Handwerker aus Berlin sollen künftig ins Umland gelockt werden.
Julian Stratenschulte

Bald startet das neue Azubi-Jahr - und etliche Lehrstellen sind in Brandenburg noch zu haben. In vielen Regionen rechnet man damit, dass Betriebe leer ausgehen werden.

Mehr freie Jobs als Bewerber: Anders als in Berlin gibt es in Brandenburg momentan mehr freie Lehrstellen als Jugendliche, die noch eine Lehrstelle suchen. Obwohl sich bis zum Ausbildungsstart im Herbst noch einiges tun wird, rechnen etwa die Agenturen für Arbeit in Cottbus und Potsdam damit, dass jeweils Hunderte Jobs unbesetzt bleiben werden.

Im Agenturbezirk Potsdam (Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Brandenburg/Havel und Potsdam) sind zurzeit noch annähernd 1700 Lehrstellen zu vergeben – bei knapp 1100 Bewerbern. „Die Schere wird immer größer“, sagte Sprecherin Doreen Ließ. Dieses Jahr sei der Unterschied besonders extrem. Im Agenturbezirk Cottbus liegt die Differenz bei rund 400 unbesetzten Ausbildungsstellen. Dort sind laut Agentur noch annähernd 1600 Lehrstellenjobs frei.

Flyer und Präsenz auf Ausbildungsmessen

Bezogen auf ganz Brandenburg gibt es derzeit 5638 freie Azubi-Stellen und 4977 Jugendliche, die noch eine Lehrstelle suchen, wie die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. In Berlin, wo die Situation vergleichbar ist (6548 freie Stellen und 8238 Bewerber), sehen brandenburgische Agenturen eine Chance. Jugendliche, die keine Lehrstelle in der Hauptstadt bekommen, könnten zum Arbeiten in den Speckgürtel Berlins fahren.

„Wir wollen mehr Bewerber aus Berlin“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Cottbus, Heinz-Wilhelm Müller. Darum würden seit mehreren Jahren Werbe-Flyer in Berlin verteilt und auf Ausbildungsmessen sei man auch präsent. Doch der große Erfolg sei bislang ausgeblieben, so Müller.