CORONA-VIRUS

Mehr Kinder in Krankenhäusern – Trifft Berliner Phänomen auch auf Brandenburg zu?

In Berlin werden in der vierten Welle mehr Kinder in Krankenhäusern behandelt als zu Beginn der Pandemie. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich hingegen ein anderer Trend ab.
Vor Corona konnten die Kinder hautnah dabei sein, wenn ihre Kuscheltiere wieder gesund gemacht wurden. Derzeit sind nur Ferndi
Vor Corona konnten die Kinder hautnah dabei sein, wenn ihre Kuscheltiere wieder gesund gemacht wurden. Derzeit sind nur Ferndiagnosen möglich. Archivfoto: Teddybär-Krankenhaus Greifswald Teddybär-Krankenhaus Greifswald
Potsdam ·

Es war eine Nachricht, die in Berlin großes Aufsehen erregte: Der Anteil der Berliner Kinder, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden mussten, hat sich in der vierten Welle fast verdreifacht. Das ging aus einer Antwort des Berliner Senats auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Christian Zander Anfang vergangener Woche hervor. Demnach stieg der Anteil der Kinder und Jugendlichen an allen im Meldesystem erfassten Krankenhauseinweisungen von drei Prozent in der ersten Welle auf 8,5 Prozent in der vierten Welle.

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Allerdings müssen diese Zahlen mit Vorsicht genossen werden. Der genaue Grund, weshalb die Kinder im Krankenhaus aufgenommen wurden, kann nicht durch die Meldesoftware angegeben werden. Das heißt, nicht alle Kinder müssen unbedingt schwere Corona-Fälle gewesen sein.

Landeskrankenhausgesellschaft sieht Berliner Zahlen kritisch

In Brandenburg betrachtet man die hohen Zahlen aus der Hauptstadt mit kritischen Augen. Michael Jacob, von der Landeskrankenhausgesellschaft in Potsdam, glaubt an eine viel simplere Erklärung: „Während der ersten und zweiten Welle waren viele Kinder einfach im Lockdown zu Hause und hatten viel weniger Möglichkeiten sich anzustecken.” Jacob glaube, dass viele Eltern anfangs Bedenken hatten ihre Kinder während des Lockdowns ins Krankenhaus zu bringen. „Die eingeschränkte Besuchszeit und die Strapazen haben viele bestimmt abgeschreckt. Auch das würde erklären, warum jetzt die Zahlen in Berlin höher sind, als zu Beginn der Pandemie.” Durch die Lockerungen, die Öffnungen der Schulen und Kitas und auch dem Wiederaufnehmen des Freizeitsports sei es dann völlig normal, dass dann auch die Patienten-Zahlen steigen – auch die Zahl von normalen Erkrankungen oder Verletzungen, die in der Statistik ebenfalls mit auftauchen könnten.

In den Krankenhäusern Brandenburgs gibt es laut Jacob in der vierten Welle kaum Kinder, die an Corona erkrankt sind. Genaue Statistiken dazu führt die Landeskrankenhausgesellschaft jedoch nicht. „Kinder spielen faktisch gesehen keine Rolle bei uns in der Statistik der Corona-Erkrankten”, sagte Jacob gegenüber dem Nordkurier. Die allgemeine Corona-Lage beunruhigt ihn dennoch. Aktuell liegen in den Krankenhäusern 50 Patienten, die im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung behandelt werden, sagt Michael Jacob. 15 davon liegen auf der Intensivstation, 12 hängen am Beatmungsgerät. Fast alle davon seien ungeimpft.

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Zahlen in MV rückläufig

In Mecklenburg-Vorpommern bestätigt sich der Berliner Trend nicht. Im Gegenteil: Laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) ist die Zahl der Kinder mit Corona in den Krankenhäusern sogar deutlich zurückgegangen. Das geht aus einer entsprechenden Nordkurier-Nachfrage hervor. Während in der zweiten Welle 41 Kinder und in der dritten Welle 48 Kinder mit Corona stationär behandelt wurden, sind in es in der 4. Welle bislang nur 12 Kinder. Der Wert ist also viermal so niedrig wie noch ein paar Wochen zuvor.

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Die erste Welle bezieht sich auf den Zeitraum vor 31. August 2020, die zweite Welle den Zeitraum bis zum 28. Februar 2021, die dritte Welle bis zum 30. Juni 2021 und die vierte Welle den Zeitraum seit 1. Juli 2021.

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