Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) ist in Brandenburg Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration
Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) ist in Brandenburg Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz. Soeren Stache (Archiv)
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Ministerin schickt Brief an alle Senioren – auch an Tote

Sogar Tote bekommen den persönlichen Brief von Brandenburgs Gesundheitsministerin, in dem eindringlich für die Booster-Impfung geworben wird.
Potsdam

Alle Bürger Brandenburgs, die älter als 60 Jahre sind, erhalten in den kommenden Wochen Post von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): In einem von ihr persönlich unterzeichneten Informationsschreiben bittet sie die ältere Bevölkerungsgruppe, an ihre Booster-Impfung gegen das Coronavirus zu denken.

Etwa 900.000 Briefe verschickt

„Mit der rasanten Verbreitung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus ist die Auffrischungsimpfung jetzt sogar noch wichtiger“, heißt es in dem Schreiben. „Um einen guten Impfschutz auch gegen die Omikron-Variante zu erreichen, sind Booster-Impfungen notwendig.“ In dem Brief verweist die Ministerin die Seniorinnen und Senioren gezielt an ihre Hausarztpraxen sowie an die im Internet verzeichneten Impfangebote.

Wie das Potsdamer Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, seien in Brandenburg insgesamt 82,6  Prozent der Über-60-Jährigen vollständig geimpft. 50  Prozent hätten bereits ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Insgesamt würden in den nächsten Wochen 900  000 Briefe verschickt. Die Adressen dazu wurden über das Landesmelderegister abgefragt.

Briefe an Tote in Einzelfällen nicht zu vermeiden

Das wird auch unbeabsichtigte Folgen haben: „Wenn in einem Haushalt mehrere über 60-Jährige leben, wird jede und jeder Einzelne einen Brief erhalten“, teilte das Ministerium mit. Auch alle über 60-Jährigen, die ihre dritte Impfung bereits bekommen haben, würden das Informationsschreiben erhalten, da dem Land nicht die Adressen der geimpften Personen vorliegen. „Auf Grund des Meldestandes kann zudem nicht ausgeschlossenen werden, dass Briefe vereinzelt auch an Verstorbene versandt werden“ – nämlich dann, wenn die Daten eines kürzlich Verstorbenen noch nicht in das Melderegister eingepflegt waren, oder die betreffende Person noch lebte, als die Daten abgefragt wurden.

Insgesamt sind in Brandenburg seit Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember 2020 mehr als vier Millionen Schutzimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. 1 626 534 Menschen sind vollständig geimpft, 784  269 haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Dies entspricht einer Impfquote von 64,3 Prozent bei den Vollständig geimpften.

Booster-Impfungen auch für Kinder und Jugendliche möglich

Damit liegt Brandenburg bundesweit weiter auf dem vorletzten Platz. „Die Impfung ist nach wie vor das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Corona-Pandemie“, sagt Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher. Die zugelassenen Impfstoffe seien sicher und schützten wirksam vor schweren Krankheitsverläufen.

Wie das Ministerium gestern außerdem mitteilte, habe das Bundesgesundheitsministerium den Ländern vorgestern mitgeteilt, dass der Bund auch die Haftung für Booster-Impfungen für unter 18-jährige übernehme. Einer Boosterimpfung für Kinder und Jugendliche stehe damit nichts mehr im Wege. „Kinder und Jugendliche sind von der nahenden Omikron-Welle genauso betroffen und müssen geschützt werden“, sagte Nonnemacher. „Nach entsprechender ärztlicher Entscheidung können Jugendliche nun auch eine Auffrischungsimpfung erhalten.“ Der Impfstab habe die Impfstellen in Brandenburg und die Kassenärztlichen Vereinigungen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte entsprechend informiert.

 

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