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Ministerin Tack freundet sich mit Verordnung an

Umweltministerin Anita Tack (Die Linke)
Umweltministerin Anita Tack (Die Linke)
Archiv/Ralf Hirschberger

Es hatte sich bereits am Ende der vergangenen Woche angedeutet: Der Umweltausschuss im Potsdamer Landtag sprach sich einstimmig für einen härteren Umgang mit Bibern aus.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Umweltausschusses des Potsdamer Landtags am Mittwoch eine Vorlage, die das Umweltministerium zum Erlass einer Rechtsverordnung zum Bibermanagement auffordert. Denn die eigentlich streng geschützten Tiere haben sich in manchen Regionen des Landes, etwa dem Oderbruch stark vermehrt – und verursachen Schäden etwa in Teichwirtschaften oder an Hochwasserschutzanlagen. Künftig soll es deswegen in der Hoheit der Landkreise liegen, besonders gefährdete Gebiete festzulegen, in denen auch ohne artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen Biber gefangen oder sogar getötet werden dürfen. Eine ähnliche Regelung existiert bereits in Bayern.

„Das Töten der Tiere bleibt die letzte mögliche Maßnahme“, sagte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) dem Uckermark Kurier. In den letzten Jahren habe sich aber auch gezeigt, dass dem Biber nur schwer beizukommen sei. Während das Ministerium bisher keine Veranlassung sah, einen Biber-Managementplan aufzustellen, begrüßte nun auch die Ministerin die Neuregelung. „Wir haben jetzt einheitliche Regelungen, die für das ganze Land gelten.“ Große Freude herrschte auch beim FDP-Landesvorsitzenden und Hobbyjäger Gregor Beyer. Denn er hatte das Thema Biber einst in die parlamentarische Debatte eingebracht – auch wenn am Mittwoch die Linkspartei lautstark reklamierte, selbst für den Antrag verantwortlich zu sein. Es sei ein Fortschritt, dass nun die Landkreise Gebiete festlegen können, in denen Biber ohne Einzelgenehmigungen „entnommen“ werden könnten.

„Mit dem Antrag machen wir einen Schritt dahin, das Zusammenleben von Mensch und Biber besser zu gestalten“, sagte der Linken-Abgeordnete Michael Luthardt. Der Biber bleibe aber eine geschützte Art, auf die man nun „nicht einfach lustig drauflosschießen kann.“ Auch die Grünen, die dem Plan eines Bibermanagements bislang eher kritisch gegenüberstanden, stimmten deswegen am Ende der Vorlage zu. „Das zeigt, dass wir uns bei bodenständigen Themen durchaus auf einen gemeinsamen Antrag einigen können“, bilanzierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski.