Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg Annette Riedl
Omikron-Variante

Ministerpräsident Woidke erwartet weitere Kontaktbeschränkungen

Auf die Brandenburger könnten wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante weitere Kontaktbeschränkungen zukommen.
dpa
Potsdam

Angesichts der um sich greifenden Omikron-Variante des Coronavirus rechnet Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit weiteren Kontaktbeschränkungen. Dies werde mit großer Sicherheit Teil des Bund-Länder-Beschlusses am Dienstag sein, sagte der Regierungschef in Potsdam bei einem Pressegespräch. Die Beschränkungen sollen für private Zusammenkünfte und auch für Treffen in der Öffentlichkeit insbesondere zu Silvester gelten, erklärte er am Montag. Einzelheiten wollte der Ministerpräsident wegen der vereinbarten Vertraulichkeit nicht nennen.

Die Brandenburger Landesregierung werde die neuen Beschränkungen noch vor Weihnachten mit einer entsprechenden Eindämmungsverordnung umsetzen, sagte Woidke. „Je weniger Kontakte es gibt, desto weniger Chancen hat das Virus – egal welcher Variante – sich weiter zu verbreiten.“ Er appellierte an die Bürger, auf private Treffen und insbesondere auf Reisen soweit möglich zu verzichten.

Die Omikron-Variante sei wesentlich ansteckender als die bisherigen Varianten und könne zu einem bedrohlichen Anstieg der Infektionsfälle führen, warnte Woidke. Daher solle die Impfkampagne intensiv fortgeführt werden. „Das wird der Weg sein, um aus der Situation mit der Delta-Variante heraus zu kommen und auch, um die Omikron-Variante einzudämmen“, betonte der Regierungschef.

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Bislang 19 Infektionen nachgewiesen

In Brandenburg sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 19 Fälle von Infektionen mit der neuen Omikron-Variante nachgewiesen worden. Das Ressort von Ursula Nonnemacher (Grüne) empfiehlt deshalb eine Auffrischimpfung. „Nach allem, was wir bisher über die Omikron-Variante wissen, ist eine Booster-Impfung notwendig, um sich noch effektiv zu schützen“, erklärte Sprecher Gabriel Hesse am Montag. Alle Personen ab 18 Jahren könnten diese Auffrischimpfung erhalten. Vor allen aber sollten sich ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit Vorerkrankungen ein drittes Mal impfen lassen. Auch Menschen, deren Zweitimpfung deutlich länger als 6 Monate zurückliege, werde das Boostern empfohlen.

Bislang liegt die Impfquote bei den Auffrischimpfungen im Land mit Stand Sonntag bei 26,5 Prozent. Der Anteil der Bevölkerung bei vollständig Geimpften beträgt nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) 63,7 Prozent. Auch in den nächsten Tagen haben zusätzlich eingerichtete Impfstellen geöffnet, darunter in Oranienburg (Oberhavel), Lübben (Dahme-Spreewald), Herzberg und Elsterwerda (Elbe-Elster).

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Inzidenz weit über dem Bundesdurchschnitt

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat sich unterdessen im Vergleich zum Vortag leicht erhöht. Die Zahl der Corona-Ansteckungen innerhalb einer Woche je 100.000 Einwohner stieg von 581,7 am Sonntag auf 585,4 am Montag, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Der Wert liegt damit weiter viel höher als der Bundesdurchschnitt von 316,0.

Die Warnampel in Brandenburg bleibt weiter dreimal auf Rot: Die Zahl neuer Krankenhauspatienten mit Covid-19 je 100.000 Menschen in sieben Tagen sank leicht von 6,3 auf 6,12. Der Anteil der Patientinnen und Patienten mit Covid-19 in Intensivbetten blieb mit Stand Sonntag bei rund 27 Prozent. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz steht die Ampel ebenfalls weiter auf Rot.

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Studie über psychische Belastung von Kindern

Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) befasst sich nach Ministeriumsangaben mit der Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen in Brandenburg. Für die sogenannte Copsy-Studie „Seelische Gesundheit und psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen“ werden ab sofort bis Ende des Jahres rund 7100 zufällig ausgewählte Familien angeschrieben und um Teilnahme an einer Online-Befragung gebeten.

Bei der Befragung geht es unter anderem um den Umgang der Kinder mit der Krisensituation, um psychische Problemen wie Ängste und Depressionen und um den Bereich psychosomatische Beschwerden. Das Hamburger Klinikum hatte eine bundesweite Studie zu den psychischen Folgen der Corona-Krise durchgeführt und erarbeitet für Brandenburg eine Folgestudie. Veröffentlichte Ergebnisse soll es Ende März 2022 geben.

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