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Mutmaßlicher Mörder von 14-Jähriger hofft auf Milde

Der Angeklagte Maurice M. muss sich seit August 2014 vor Gericht verantworten.
Der Angeklagte Maurice M. muss sich seit August 2014 vor Gericht verantworten.
Oliver Mehlis

Indirekt hat ein junger Mann bereits gestanden, eine Schülerin mit dem Messer erstochen zu haben. Mit Spannung wird das Plädoyer der Verteidigung erwartet.

Mit 78 Messerstichen soll ein junger Mann seine Internetbekanntschaft bei Berlin getötet haben – offenbar weil die 14-jährige Schülerin den Kontakt zu ihm abbrechen wollte. Der heute 21-Jährige steht seit August wegen Mordes vor dem Landgericht Cottbus. Der Angeklagte gab die Tat indirekt bereits zu, indem er die Eltern der Schülerin um Entschuldigung bat. Am Montag ab 13 Uhr wird voraussichtlich die Verteidigung plädieren, wie das Gericht im Vorfeld ankündigte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, der Schülerin in ihrem Wohnort Eichwalde (Dahme-Spreewald) im November 2013 aufgelauert, sie mit einer Bierflasche niedergeschlagen und schließlich auf sie eingestochen zu haben, sodass sie durch die Verletzungen zu Tode kam. Er soll sehr wütend darauf gewesen sein, dass sie ihm einen Korb gab und den Kontakt mit ihm abbrechen wollte. Die beiden hatten sich laut Anklage über das Internet kennengelernt und zunächst die Begeisterung für japanische Manga-Comics geteilt.

Mann wollte ein Nein der Schülerin nicht wahrhaben

Dass die Schülerin nichts mehr mit dem jungen Mann aus Lohmar in Nordrhein-Westfalen zu tun haben wollte und seine Gefühle nicht erwiderte, wollte er demnach nicht wahrhaben.

Unmittelbar vor der Messerattacke war die 14-Jährige mit einem Schulkameraden auf dem Heimweg von der Schule. Bei dem Angriff wurde auch der Schüler verletzt, der das letztlich getötete Mädchen begleitete. Er habe noch eingreifen und der Schülerin helfen wollen, sagte er im Prozess aus. Er wurde dann durch Messerstiche an der Hand verletzt. Er ist Nebenkläger in dem Prozess, ebenso die Eltern der Getöteten. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Angeklagten 15 Jahre Haft – die Höchststrafe nach Jugendstrafrecht. Ein Urteil könnte noch Ende des Monats gesprochen werden.