DREI TAGE IN JVA

Mutmaßlicher Vergewaltiger begeht Suizid im Gefängnis

Erst drei Tage ist der 42-Jährige wegen Verdachts auf Vergewaltigung und Körperverletzung in Haft gewesen. Dann hat er sich in seiner Zelle das Leben genommen.
dpa
Ein Gefängnisinsasse hat sich in der JVA Cottbus-Dissenchen das Leben genommen.
Ein Gefängnisinsasse hat sich in der JVA Cottbus-Dissenchen das Leben genommen. (Symbolbild)Tim Brakemeier
Cottbus ·

In der Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen hat sich ein Gefangener das Leben genommen. Das teilte das Brandenburger Justizministerium am Sonntag mit. Der 42-Jährige wurden demnach am Samstagabend in seiner Einzelzelle leblos aufgefunden.

Psychologe stellt keine Suizidgefahr fest

Versuche von Gefängnismitarbeitern und Notarzt, ihn wiederzubeleben, blieben erfolglos. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei lägen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor, wie es vom Ministerium weiter hieß. Der Gefangene, gegen den ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung sowie der Körperverletzung vorlag, saß den Angaben zufolge erst seit drei Tagen in Untersuchungshaft.

Bei einer Haftprüfung durch den Richter habe der Mann die Frage, ob eine Gefahr für eine Selbsttötung oder Selbstverletzung bestehe, explizit verneint, wie ein Sprecher des Ministeriums weiter sagte. Weil Erstinhaftierte wie der 42-Jährige potenziell als suizidgefährdet gelten, sei der Mann sicherheitshalber in einer kameraüberwachten Zelle untergebracht worden. Nach einem persönlichen Gespräch des Gefangenen mit einem Anstaltspsychologen habe sich kein Hinweis auf eine Suizidgefahr ergeben und der Gefangene sei am Freitag in eine reguläre Einzelzelle verlegt worden.

40 Suizide in Brandenburger Gefängnissen seit 2000

In Brandenburger Gefängnissen haben sich seit dem Jahr 2000 mehr als 40 Menschen das Leben genommen. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben des Justizministeriums zwei Menschen. Knapp 120 Suizidversuche gab es den Angaben zufolge seit dem Jahr 2000 bis einschließlich 2019.

Bei Suizid-Gedanken oder Depressionen

Falls Ihre eigenen Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit anderen Menschen darüber! Es gibt zahlreiche, auch anonyme Hilfsangebote. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Der Anruf ist kostenlos und taucht nicht in der Telefonrechnung auf.

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Kommentare (1)

Da müsste man doch eigentlich sehen können ob er es selber war (Selbstmord) oder ob Fremdeinwirkung dabei war.

Wenn die Zelle Videoüberwacht war ..