Die Rettungskräfte bei Treuenbrietzen und Beelitz waren bis gestern unermüdlich im Einsatz.
Die Rettungskräfte bei Treuenbrietzen und Beelitz waren bis gestern unermüdlich im Einsatz. Cevin Dettlaff
Waldbrandgefahr

MV sieht sich gut ausgestattet

Die Waldbrände im Süden Berlins haben in MV Erinnerungen an die Brandkatastrophe im Jahr 2019 in Lübtheen ausgelöst – MV fühlt sich gut vorbereitet.
Schwerin

Allein die Zahl der Einsatzkräfte zeigt, wie gefährlich die Situation in den Ortschaften Treuenbrietzen und Beelitz in den vergangenen Tagen gewesen war: Nach Aussage aus dem eiligst eingerichteten Krisenzentrum waren im Süden Berlins in der Spitze fast 1500 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Waldbrände einzudämmen.

Dank Regen konnten Bewohner in ihre Häuser zurück

Hinzu kamen 200 Helfer des Technischen Hilfswerks – sie sorgten für Strom und Kraftstoff, befestigten Wege oder räumten Schneisen. Am Ende war es gestern auch dem ersehnten Regen zu verdanken, dass die Bewohner von mehreren Dörfern, die zuvor evakuiert worden waren, in ihre Häuser zurück durften.

Erinnerungen an das Flammenmeer von 2019

In Mecklenburg-Vorpommern hatten die Verantwortlichen im Innenministerium die Geschehnisse aufmerksam verfolgt – schließlich sind die Feuerwehrleute hier im Norden spätestens seit der verheerenden Waldbrandkatastrophe im Sommer 2019 in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) im wahrsten Sinne des Wortes gebrannte Kinder. Mehr als eine Woche kämpften seinerzeit Rettungskräfte aus ganz Deutschland gegen das Flammenmeer.

In MV ist die Waldbrandgefahr erhöht

Aktuell sei auch in Mecklenburg-Vorpommern die Waldbrandgefahr erhöht – in Jasnitz (wiederum Ludwigslust-Parchim) gelte die zweithöchste Warnstufe 4, hieß es gestern aus dem Innenministerium in Schwerin. „Selbstverständlich sind die Feuerwehren im Land darauf vorbereitet und auch entsprechend ausgestattet“, betonte Sprecherin Renate Gundlach.

Und noch etwas stellte Gundlach fest: „Sollte ein anderes Bundesland offiziell um Amtshilfe bitten – dies hat Brandenburg im Fall der aktuellen Waldbrände dort bislang nicht getan – würde das Innenministerium diese Anforderung an die Landkreise und kreisfreien Städte weiterleiten, mit der Bitte zu prüfen, ob ihre Feuerwehren unterstützen können. Für diese Entscheidung ist vor allem zu prüfen, ob die eigene Gefährdungslage vor Ort dies zulässt.“

Brand konnte wegen Boden-Munition nur aus der Luft gelöst werden

Das Löschen im Brandgebiet um Treuenbrietzen war im übrigen auch deshalb besonders schwierig, weil im Boden Kampfmittel aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs liegen. Die Feuerwehrleute kamen daher nicht direkt an den Brand heran. Deshalb musste aus der Luft gelöscht werden. Mit der alten Munition aus dem Krieg vor 80 Jahren hatten im übrigen auch die Rettungskräfte in Lübtheen seinerzeit mächtig zu kämpfen.

Zum aktuellen Stand in der Waldbrandregion: Waldbrände in Brandenburg: Sorge um Glutnester

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