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Nach Anschlag auf die Bahn hakt es bei der Reparatur

Am Wochenende kam es an mehreren Stellen des Schienennetzes zu schweren Beschädigungen.
Am Wochenende kam es an mehreren Stellen des Schienennetzes zu schweren Beschädigungen.
Ingo Wagner

Brandstifter haben auch in der Prignitz einen Kabelschacht beschädigt. Parallel zur Instandsetzung läuft die Suche nach den Tätern auf Hochtouren.

Nach dem Brandanschlag auf das Bahn-Netz in der Prignitz stocken die Reparaturarbeiten an der betroffenen Kabelschachtanlage in Karstädt. Es fehle noch ein Spezial-Kabel, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montag. Zunächst war geplant, die Arbeiten zu Wochenbeginn fortzusetzen.

Für Bahnreisende auf der Strecke Berlin-Hamburg habe das aber keine erheblichen Auswirkungen, versicherte das Unternehmen. Die Züge können demnach fahren – allerdings mit verminderter Geschwindigkeit. Es komme zu Verspätungen von bis zu fünf Minuten.

Am Sonnabend hatten Unbekannte in der Prignitz, in Bremen und in Niedersachsen etwa zeitgleich mehrere Kabelschächte angezündet.

Bekennerschreiben aus der linken Szene

Die Polizei prüft ein Bekennerschreiben aus der linken Szene. Im Internet erklärten „Autonome Gruppen“, dass sie mit der Sabotage an den Tod eines Franzosen bei einem Castortransport aus dem französischen La Hague ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben vor zehn Jahren erinnern wollten.

Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln, darunter die Behörde in Neuruppin. Bislang gebe es noch keinen neuen Erkenntnisstand, hieß es am Montag.

Auf dem betroffenen Streckenabschnitt in der Prignitz verkehrt neben der Deutschen Bahn auch der Bahnwettbewerber Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) mit der Regionallinie 2 Wismar-Berlin-Cottbus. Am Wochenende war es vor allem in Norddeutschland wegen der Brandanschläge in Bremen und Niedersachsen zu Zugausfällen gekommen, während in der Prignitz die Züge mit verminderter Geschwindigkeit weiterfahren konnten.