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Nachteile für Behinderte sollen abgebaut werden

Auch in der Arbeitswelt gibt es noch viel Handlungsbedarf bei der Inklusion Behinderter.
Auch in der Arbeitswelt gibt es noch viel Handlungsbedarf bei der Inklusion Behinderter.
Waltraud Grubitzsch

Schon 2011 hat das Land Maßnahmen für Gehbehinderte oder Gehörlose beschlossen. Aber auch heute bleibt noch viel zu tun.

Welche Arztpraxis hat einen Zugang für Rollstuhlfahrer? Gibt es Hilfe, wenn ein Blinder den Bahnsteig wechseln will? Wer erläutert einem Gehörlosen in der Notaufnahme die medizinischen Maßnahmen? „Vieles ist unklar. Es geht um Teilhabe und soziale Gerechtigkeit“, kritisierte am Freitag der Brandenburger Landesbeauftragte für Behinderte, Jürgen Dusel. Inklusion – die Einbeziehung von Behinderten in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens – sei eine Haltungsfrage. Wer das wolle, finde Wege, wer nicht, Ausreden.

Es sei zwar eine breite Diskussion in Gang gesetzt worden, bemerkte Dusel. „Noch ist aber nicht in allen Amtstuben angekommen, dass Menschen mit Behinderungen Rechte haben und nicht als Bittsteller kommen.“ Zu oft werde auch bei Behinderten nur an Menschen mit eingeschränkter Mobilität gedacht. Er wünsche sich, dass auch an geistig Behinderte, Sehbehinderte oder Gehörlose gedacht werde. Videoansprachen von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Internet könnten beispielsweise von einem Gebärdendolmetscher übersetzt werden.

Sozialministerin Diana Golze (Linke) kündigte an, das vom Kabinett 2011 beschlossene behinderten-politische Maßnahmepaket werde auch über 2016 hinaus fortgesetzt. Die uneingeschränkte Teilhabe an allen Lebensbereichen müsse Ziel sein. In Brandenburg leben etwa 370 000 Menschen mit Behinderung, mehr als 200 000 von ihnen sind schwerbehindert.