Tarifverhandlungen
Nächster Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr

Bus- und Bahnfahrer haben vor dem Depot der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel gestreikt.
Bus- und Bahnfahrer haben vor dem Depot der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel gestreikt.
Christian Pörschmann

Nach den Bus-und Bahnfahrern in Frankfurt (Oder) und Cottbus wollen auch ihre Kollegen in Brandenburg/Havel den öffentlichen Nahverkehr lahmlegen.

Nach Frankfurt (Oder) und Cottbus streiken am Donnerstagmorgen auch die Bus- und Bahnfahrer in Brandenburg/Havel. Von Betriebsbeginn 3.30 Uhr bis etwa 9 Uhr sollten viele Busse und Bahnen der kommunalen Verkehrsbetriebe still stehen. Nach Gewerkschaftsangaben sollte sich der Verkehrsbetrieb im Laufe des Vormittags wieder normalisieren.

Der Hintergrund für die Aktionen sind Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband Brandenburg (KAV). Die Gewerkschaft fordert einheitlich eine Anhebung aller Entgeltgruppen und -Stufen um 1,80 Euro je Arbeitsstunde für die Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs. Das Einstiegsgehalt eines Busfahrers liegt laut Verdi beispielsweise bei knapp 2000 Euro brutto. Bei einer Anhebung um 1,80 Euro würde der Stundenlohn bei 13,50 Euro liegen.

Warnstreiks sollen "Nadelstiche" sein

Die Arbeitgeber halten die Forderungen für überzogen. Es sei unüblich, dass Verdi plötzlich über Stundenlöhne statt über Monatsgehälter verhandeln wolle, hatte der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Brandenburg (KAV), Klaus-Dieter Klapproth, dem RBB gesagt.

Am Dienstag hatte ein Warnstreik bereits den Nahverkehr in Frankfurt (Oder) nahezu lahmgelegt. Am Mittwoch waren die Bus und Bahnfahrer in Cottbus in den Ausstand getreten. Nach den Worten von Verdi-Streikleiter Jens Göger sollten die Warnstreiks in drei Brandenburger Stadtverkehrsbetrieben „Nadelstiche” sein und nicht der „ganz große Paukenschlag.” Deshalb seien auch die Schulferien als Zeitpunkt gewählt worden.