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Naturschützer gegen Ausbau der Waldwege

Der Landesbetrieb Forst argumentiert, Feuerwehrautos brauchen befestigte Wege, um Brände besser bekämpfen zu können. Umweltschützer halten das für vorgeschoben.

Der Naturschutzbund glaubt, dass der Ausbau der Waldwege vor allem der Forstwirtschaft dient.
Julian Stratenschulte Der Naturschutzbund glaubt, dass der Ausbau der Waldwege vor allem der Forstwirtschaft dient.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat den geplanten Ausbau von Waldwegen in den Privatwäldern für Schwerlastfahrzeuge heftig kritisiert. Nach dem vom Landesbetrieb Forst Brandenburg vorgelegten Waldbrandschutzplan sollten 11 000 Kilometer Hauptwege mit Schotter und anderen Materialen ausgebaut werden, sagte NABU-Sprecher Friedhelm Schmitz-Jersch. Nach Darstellung der Behörde gehe es dabei um Wege für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr. Dabei würden sogar nicht brandgefährdete Laub- und feuchte Erlenbruchwälder einbezogen.

„Vorgehensweise und Inhalte des Waldbrandschutzplans bekräftigen die Vermutung, dass der Wegeausbau in erster Linie der ganzjährigen Holzabfuhr und nicht dem Waldbrandschutz dient“, erklärte Schmitz-Jersch. Dieser Ausbau in den Privatwäldern koste die Besitzer keinen Cent, weil er zu 100 Prozent von der EU gefördert werde.

Landesforstbetrieb kann Kritik des NABU nicht nachvollziehen

Ellen Schlieker vom Landesforstbetrieb wies die Vorwürfe zurück: „Beim Waldbrandschutzplan geht es ausschließlich darum, dass die Löschfahrzeuge im Brandfall durchkommen.“ Schließlich seien in Brandenburgs Wäldern mehr als hundert Kameras installiert, um Brände frühzeitig zu erkennen. „Dass sich die Nutzung der Wege ergänzt, ist doch klar“, sagte Schlieker. „Man baut ja nicht einen Weg für die Feuerwehr und einen weiteren für die Holzabfuhr.“

Der Waldbesitzerverband Brandenburg äußerte sich zum Wegebau auf seinem Internetportal: Die Instandhaltung der Wege sei eine notwendige Voraussetzung für die Forstwirtschaft. Für eine konkurrenzfähige und nachhaltige Holzwirtschaft sei es unabdingbar, das Holz per Lkw mit maximal zulässigen Gesamtgewicht (derzeit 44 Tonnen) aus dem Wald zu fahren.