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Naturschützer und Bauer im Streit

Großtrappen sind sehr große Vögel, können aber fliegen.
Großtrappen sind sehr große Vögel, können aber fliegen.
Thomas Schulze

Großtrappen brauchen für ihre Nahrungssuche viel Lebensraum. Den sehen Umweltschützer durch den Spargelanbau gefährdet.

Dem Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Großtrappe kommt nach Ansicht von Naturschützern ein Spargelfeld in Schäpe (Potsdam-Mittelmark) gefährlich nahe. Durch den Anbau des Gemüses unter Folie für höhere Erträge gehe den Vögeln Lebensraum verloren, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Großtrappenfördervereins, Norbert Eschholz, am Mittwoch. „Damit findet nicht einmal mehr ein Spatz Futter.“ Stein des Anstoßes ist laut einem Medienbericht ein 20 Hektar großer Acker, auf dem nun Spargel gezogen wird.

Spargelbauer Jürgen Jakobs betonte, dass die betreffende Fläche etwa sechs Kilometer entfernt vom Naturschutzgebiet Belziger Landschaftswiesen liege. „Wir haben den Naturschutz im Blick“, sagte er. Der Acker sei in den vergangenen Jahrzehnten immer landwirtschaftlich bearbeitet worden. „Es ist kein Brachland umgewidmet worden“, sagte er.

Agrarministerium prüft Sachverhalt noch

Aus Sicht des Agrarministeriums können die Auswirkungen des Spargelanbaus in diesem Gebiet auf den Bestand der Großrappen noch nicht bewertet werden. „Die Angelegenheit wird noch geprüft“, sagte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade.

Bundesweit leben nur noch etwa 200 Großtrappen – die schwersten flugfähigen Vögel – in freier Wildbahn. Im Land Brandenburg haben sie ihre Heimat im Havelländischen Luch und in den Belziger Landschaftswiesen sowie im Fiener Bruch in Sachsen-Anhalt.