Nach zwei Wahlperioden ist Schluss
Paradiesvogel sitzt für die Uckermark im Landtag – noch

Parlamentarier Torsten Krause liebt extravagante Kleidung. Zum 1. April ließ er sich es nicht nehmen, ein altes preußisches Kostüm überzustreifen.
Parlamentarier Torsten Krause liebt extravagante Kleidung. Zum 1. April ließ er sich es nicht nehmen, ein altes preußisches Kostüm überzustreifen.
Privat

Der Linken-Abgeordnete Torsten Krause sitzt für Templin und Teile der Uckermark im Landtag. Er setzt sich besonders für Kinder und Jugendliche ein. Aber nicht deshalb wurde er bekannt und handelte sich auch Ärger ein.

Der Anzug ist dunkelblau, das Hemd geblümt, als Torsten Krause an seinem Tisch in der Linksfraktion im Potsdamer Landtag Platz nimmt. Neben der Abgeordneten Caroline Steinmetzer-Mann, die ein weiß-schwarz gestreiftes Kleid trägt. Und zwischen einer ganzen Reihe Abgeordneter im ganz normalen schwarzen Business-Anzug. Zu Beginn der letzten Sitzungstage fällt Krause nicht auf – das ist selten im Potsdamer Parlament.

Denn in der fünften Legislaturperiode des Potsdamer Landtags gab es keinen Abgeordneten, der bunter gekleidet war, als der Politiker der Linken aus der Uckermark. Blaue Lackschuhe, eine weiße Aktentasche, eine weiß-schwarz karierte Hose. Stets eine Fliege, manchmal drei Fliegen übereinander oder ein Anzug, zu dem Krause eine kurze Hose trug. „Ich habe mich schon immer für Mode interessiert“, sagt Krause. Seine Klamotten kauft er selbst, von der Stange ebenso wie im Designer-Laden.

Ärger bei manchem Fernsehzuschauer

Ärger allerdings machen dem Abgeordneten manche Fernsehzuschauer. Denn weil Krause einer der Schriftführer des Parlaments war, ist er häufiger mal im Fernsehen zu sehen. Oft genug gab es deswegen Anrufe im Landtag – „Wie sieht der denn aus?“ war noch eine der harmloseren Zuschauerreaktionen. Und auch der eine oder andere von Krauses Kollegen gibt hinter vorgehaltener Hand zu, dass an einem Plenartag der erste Blick in Richtung Linksfraktion geht: „Was trägt Krause heute?“

Doch während der Uckermärker Politiker in den ersten Jahren der Legislaturperiode nur als bunter Vogel galt, hat sich Torsten Krause mittlerweile einen guten Ruf erarbeitet. Als steter Vorkämpfer für die Rechte von Kindern und Jugendlichen leitete er den Bildungsausschuss. Und es ist ein persönlicher Verdienst des Abgeordneten aus der Linksfraktion, im Streit um die Kinderheime der Haasenburg stets eine Null-Toleranz-Politik vertreten zu haben. Es war Krause, der den Koalitionspartner SPD so vor sich her trieb, dass Bildungsministerin Martina Münch (SPD) am Ende gar nicht anders konnte, als zu reagieren. Im September freilich wird der direkt gewählte Abgeordnete aus der Uckermark das Parlament verlassen: Eine Promotion steht an. „Das kann ich mir neben einem Landtagsmandat nicht vorstellen“, sagt der Abgeordnete. Er hat sich bewusst nicht wieder für den Landtag aufstellen lassen.