PLATZECK-RÜCKTRITT

Politiker der Region zeigen Verständnis

Einmal wird Matthias Platzeck als Ministerpräsident wohl noch in die Uckermark kommen.
dpa
Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen zum 28. August zurück.
Platzeck tritt aus gesundheitlichen Gründen zum 28. August zurück. Ralf Hirschberger
Prenzlau.

Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) hat den Rücktritt Platzecks als überraschend bezeichnet. Im Gespräch mit dem Uckermark Kurier sagte Sommer, Platzeck habe viel für Prenzlau getan. „Ich hoffe, dass er bei der Eröffnung des Marktbergs am 21. August noch dabei sein wird und dass ihm die Prenzlauer einen guten Abschied bereiten.“ Platzeck sei auch ein persönliches Vorbild gewesen, sagte Sommer. „Ich wünsche ihm Gesundheit und kann die Entscheidung auf jeden Fall verstehen.“ Platzeck sei in der Uckermark jederzeit herzlich willkommen.

Stolpe: Richtig, auf den Rat der Ärzte zu hören

Frank Bretsch, Vorsitzender der SPD in der Uckermark sagte: „Ministerpräsident Matthias Platzeck hat meinen vollen Respekt für diese klare Entscheidung. Wer das Pensum eines Ministerpräsidenten kennt, weiß, wie sehr er auf eine gute Gesundheit angewiesen ist.“

Brandenburgs früherer Ministerpräsident Manfred Stolpe hat Verständnis und Respekt für die Entscheidung seines Nachfolgers Matthias Platzeck geäußert. Es sei richtig, auf den Rat seiner Ärzte zu hören, sagte Stolpe nach einer Sondersitzung von Parteivorstand und Landtagsfraktion am Montagabend. Hätte er selbst das nicht getan, wäre er wohl schon seit sechs Jahren tot. Stolpe leidet an Darmkrebs.

Auch kritische Stimmen

Der Brandenburger FDP-Fraktionsvorsitzende Andreas Büttner und der FDP-Landesvorsitzende Gregor Beyer zollten dem Schritt von Platzeck „allergrößten Respekt“. Doch Platzecks Bilanz sei zwiespältig: Gelang es ihm als Umweltminister viele positive Signale zu setzen, habe er es als Ministerpräsident nie geschafft, an diese Erfolge anzuknüpfen.

Axel Vogel, Vorsitzender der Fraktion der Grünen, äußerte sich ebenfalls kritisch: „Matthias Platzeck genießt eine beachtenswerte Popularität im Land. Wir haben an seiner Politik etliche Punkte kritisch gesehen, sei es sein Festhalten an der Braunkohle, seine Mitverantwortung für das BER-Desaster, seine rückwärtsgewandte Agrarpolitik oder die Bildungspolitik, wo kaum messbare Erfolge zu verzeichnen sind.“

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